Warum dein E-Auto einen eigenen Tarif verdient
Wer ein E-Auto zu Hause lädt, zahlt den Ladestrom meist einfach über den normalen Haushaltstarif mit, dabei steckt darin ungenutztes Sparpotenzial. Ein Autostromtarif, auch Wallbox-Tarif genannt, trennt den Ladestrom vom übrigen Verbrauch und rechnet ihn zu einem eigenen, oft niedrigeren Arbeitspreis ab. Während der Hub Wallbox den großen Bogen von Anmeldung bis Förderung spannt, geht es hier konkret um die Tarifseite und darum, wie du die Ladekosten möglichst niedrig hältst.
Zwei Wege, den Ladestrom sichtbar zu machen
Damit ein eigener Tarif überhaupt abgerechnet werden kann, muss der Ladestrom separat messbar sein. Dafür gibt es zwei gängige Lösungen:
- Separater Zähler. Die Wallbox bekommt einen eigenen Zählpunkt. So trennt sich der Ladestrom vollständig vom Haushaltsstrom und lässt sich über einen eigenen Tarif abrechnen, teils sogar bei einem anderen Anbieter.
- Intelligentes Messsystem (iMSys). Ein Smart Meter erfasst den Verbrauch fein aufgelöst und macht zeitvariable Abrechnungen möglich. Für dynamische Tarife ist es Pflicht.
Welche der beiden Varianten bei dir zulässig ist, hängt vom Netzbetreiber und vom gewählten § 14a-Modul ab.
Drei Hebel, die sich nicht gegenseitig ausschließen
Deine Ladekosten setzen sich aus mehreren Anteilen zusammen, an denen du unabhängig voneinander drehen kannst:
| Hebel | Wirkung | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Reduzierter Autostromtarif | niedrigerer Arbeitspreis fürs Laden | separater Zähler oder iMSys |
| § 14a EnWG | reduziertes Netzentgelt | angemeldete steuerbare Wallbox |
| Dynamischer Tarif | günstige Börsenstunden nutzen | iMSys plus steuerbares Laden |
Das Praktische daran: Diese drei Hebel wirken an unterschiedlichen Stellen deiner Rechnung. Der Autostromtarif senkt den Energiepreis, § 14a senkt den Netzentgelt-Anteil, ein dynamischer Tarif verschiebt den Verbrauch in günstige Zeitfenster. Nutzt du alle drei gemeinsam, addieren sich die Effekte.
Nachts laden, wenn die Börse günstig ist
E-Autos laden meist über Nacht, also ausgerechnet dann, wenn an der Strombörse häufig niedrige Preise herrschen. Ein dynamischer Tarif macht diese Schwankungen für dich nutzbar: Eine steuerbare Wallbox verlegt den Ladevorgang automatisch in die günstigen Stunden. Vorausgesetzt wird ein intelligentes Messsystem, weil der variable Preis viertelstündlich erfasst werden muss. Die technische und rechtliche Basis dafür liefert § 41a EnWG. Ein Hinweis zur Vorsicht: Dynamische Preise schwanken in beide Richtungen, planbar günstig wird das Laden nur, wenn es sich zeitlich verschieben lässt.
Was am Ende wirklich zählt
Eine feste Eurosumme fürs Laden zu nennen wäre nicht seriös. Deine Kosten ergeben sich aus dem geladenen Jahresverbrauch, dem Arbeitspreis deines Tarifs und dem Marktniveau in deinem Netzgebiet. Wer zusätzlich § 14a nutzt, profitiert vom reduzierten Netzentgelt, Details dazu liefert der Ratgeber § 14a EnWG: reduziertes Netzentgelt für die Wallbox. Welcher Tarif für dein Ladeprofil am günstigsten abschneidet, siehst du am verlässlichsten mit deiner Postleitzahl im Stromkostenrechner.