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Aufgeschlagenes Buch mit warm leuchtender Glühbirne auf einem Schreibtisch, Sinnbild für verständlich erklärte Strombegriffe.

Stromlexikon

Strombegriffe einfach erklärt

Von Arbeitspreis bis Sonderkündigungsrecht: die wichtigsten Begriffe rund um Strom, kurz und zitierfähig.

Die wichtigsten Begriffe rund um Stromtarife, Abrechnung und Markt, kurz und verständlich erklärt. Jede Definition steht zuerst, danach folgt die Vertiefung.

A

Abschlag
Der Abschlag ist die monatliche Vorauszahlung, mit der Stromkunden ihre voraussichtlichen Jahreskosten in gleichmäßigen Raten begleichen. Grundlage ist der geschätzte Jahresverbrauch, multipliziert mit dem Arbeitspreis zuzüglich Grundpreis. Nach Ablauf des Abrechnungszeitraums wird der tatsächliche Verbrauch mit den geleisteten Abschlägen verrechnet.
Arbeitspreis
Der Arbeitspreis ist der Cent-Betrag pro Kilowattstunde, den ein Stromtarif für jede tatsächlich verbrauchte Einheit Energie berechnet. Zusammen mit dem festen Grundpreis ergibt er die Jahreskosten eines Tarifs und ist damit der Preisbestandteil, der direkt mit dem Verbrauch mitwächst.

B

Balkonkraftwerk
Ein Balkonkraftwerk ist eine kleine, steckerfertige Photovoltaikanlage, die Solarstrom über eine haushaltsübliche Steckdose direkt ins Hausnetz einspeist. Seit der Solarpaket-1-Reform sind bis zu 800 Watt Wechselrichterleistung zulässig, die Anmeldung erfolgt vereinfacht ausschließlich im Marktstammdatenregister.
Batteriespeicher
Ein Batteriespeicher ist ein wiederaufladbarer Akku, der überschüssigen Strom aus einer Photovoltaikanlage zwischenspeichert und bei Bedarf wieder abgibt. Er macht selbst erzeugten Solarstrom auch nach Sonnenuntergang nutzbar und erhöht dadurch den Eigenverbrauchsanteil eines Haushalts.
Bidirektionales Laden
Bidirektionales Laden ermöglicht einem Elektroauto, Strom über die Wallbox nicht nur aufzunehmen, sondern bei Bedarf auch wieder abzugeben. Die Fahrzeugbatterie fungiert dabei als Speicher für den eigenen Haushalt (Vehicle-to-Home) oder für das öffentliche Stromnetz (Vehicle-to-Grid).
Bilanzkreis
Ein Bilanzkreis ist ein virtuelles Verrechnungskonto im Stromgroßhandel, über das Einspeisungen und Entnahmen innerhalb einer Regelzone bilanziert werden. Der zuständige Bilanzkreisverantwortliche muss dafür sorgen, dass sich Einspeisung und Entnahme in seinem Bilanzkreis viertelstundengenau ausgleichen.
Börsenstrompreis
Der Börsenstrompreis ist der Großhandelspreis für Strom, der sich an Strombörsen wie der EPEX Spot aus Angebot und Nachfrage bildet. Zentral ist die Day-Ahead-Auktion, die für jede Stunde des Folgetags einen eigenen Preis festlegt. Dynamische Stromtarife reichen diesen stündlichen Preis direkt an Haushalte weiter.

C

CO2-Preis
Der CO2-Preis ist ein staatlich festgelegter Preis für den Ausstoß von Kohlendioxid, der klimaschädliche Emissionen verteuern soll. In Deutschland wirken zwei Systeme parallel: der europäische Emissionshandel (EU-ETS), der unter anderem fossile Stromerzeugung erfasst, und der nationale CO2-Preis auf Heizöl, Erdgas und Kraftstoffe.

D

Direktvermarktung
Direktvermarktung bezeichnet den Verkauf von Strom aus Wind-, Solar- oder Biomasseanlagen direkt am Strommarkt über einen Direktvermarkter, statt eine feste Einspeisevergütung zu erhalten. Für größere Neuanlagen ist sie nach dem EEG verpflichtend, die Differenz zwischen dem gesetzlich anzulegenden Wert und dem erzielten Marktpreis gleicht die Marktprämie aus.
Dunkelflaute
Dunkelflaute bezeichnet eine Wetterlage, bei der über mehrere Stunden oder Tage gleichzeitig kaum Wind weht und wenig Sonne scheint. Wind- und Solaranlagen liefern dann nur minimale Strommengen, wodurch regelbare Kraftwerke, Speicher und Importe die Versorgung übernehmen müssen.
Dynamischer Stromtarif
Ein dynamischer Stromtarif richtet den Arbeitspreis nach dem stündlich schwankenden Börsenstrompreis der EPEX Spot statt nach einem festen Cent-Betrag je Kilowattstunde. Seit dem 1. Januar 2025 müssen alle Stromlieferanten nach § 41a EnWG mindestens einen solchen Tarif anbieten, wofür ein intelligentes Messsystem Voraussetzung ist.

E

EEG-Umlage
Die EEG-Umlage war bis 2022 ein Aufschlag auf den Strompreis, der die Förderung erneuerbarer Energien nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz finanzierte. Zum 1. Juli 2022 wurde sie auf null Cent gesenkt und seit 2023 endgültig abgeschafft; die Förderkosten trägt seither der Bundeshaushalt über den Klima- und Transformationsfonds.
Eigenverbrauch
Eigenverbrauch ist der Anteil des selbst erzeugten Stroms, etwa aus einer Photovoltaikanlage, der direkt am Erzeugungsort genutzt wird, ohne zuvor ins öffentliche Netz eingespeist zu werden. Weil dadurch teurer Netzbezug ersetzt statt günstig vergüteter Strom eingespeist wird, ist Eigenverbrauch wirtschaftlich in aller Regel attraktiver als Einspeisung.
Einspeisevergütung
Die Einspeisevergütung ist eine nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz gesetzlich garantierte Vergütung je Kilowattstunde, die Betreiber von Photovoltaik- und anderen Erneuerbaren-Anlagen für ins Netz eingespeisten Strom über 20 Jahre erhalten. Die Sätze für neu in Betrieb genommene Anlagen sinken dabei regelmäßig.
Energy Sharing
Energy Sharing beschreibt ein Modell, bei dem mehrere Personen oder Haushalte gemeinsam erzeugten Strom, etwa aus einer Solaranlage, untereinander verteilen und dafür das öffentliche Netz nutzen, ohne dass jede Teilnehmerin oder jeder Teilnehmer eine eigene Anlage besitzen muss. Das Konzept baut auf europarechtlichen Vorgaben zur Bürgerenergie auf und wird in Deutschland schrittweise gesetzlich umgesetzt.
Ersatzversorgung
Die Ersatzversorgung nach § 38 EnWG ist die automatische, zeitlich befristete Stromlieferung durch den örtlichen Grundversorger, wenn ein Verbrauch keinem gültigen Liefervertrag zugeordnet werden kann, etwa nach der Insolvenz des bisherigen Anbieters. Sie ist auf maximal drei Monate begrenzt.

G

Grundpreis
Der Grundpreis ist der feste, verbrauchsunabhängige Jahresbetrag eines Stromtarifs, üblicherweise in Euro pro Jahr angegeben. Er fällt unabhängig von der verbrauchten Strommenge an und deckt Fixkosten wie Zähler, Abrechnung und Netzanschluss.
Grundversorger
Der Grundversorger ist das Energieunternehmen mit den meisten Haushaltskunden in einem bestimmten Netzgebiet und gesetzlich verpflichtet, dort die Grundversorgung anzubieten. Die Bundesnetzagentur stellt alle drei Jahre neu fest, welches Unternehmen diese Rolle in einem Netzgebiet innehat.
Grundversorgung
Die Grundversorgung ist der gesetzliche Auffangtarif für Haushaltskunden nach § 36 EnWG. Der jeweils zuständige Grundversorger muss darin jeden Haushalt im Netzgebiet zu allgemein bekannt gemachten Bedingungen und Preisen beliefern, sofern kein eigener Liefervertrag besteht.

H

Heizstrom
Heizstrom ist Strom, der gezielt zum Heizen eingesetzt wird, etwa in einer Wärmepumpe, einer Nachtspeicherheizung oder einer Direktheizung. Er läuft häufig über einen eigenen Zähler und wird in einem separaten, oft günstigeren Tarif abgerechnet als der übrige Haushaltsstrom.
Herkunftsnachweis
Ein Herkunftsnachweis (HKN) ist ein elektronisches Zertifikat, das bestätigt, dass eine bestimmte Menge Strom, gemessen in Megawattstunden, aus erneuerbaren Energien stammt. Ausgestellt und verwaltet wird er im Herkunftsnachweisregister des Umweltbundesamtes und kann unabhängig vom physischen Stromfluss gehandelt werden.

J

Jahresabrechnung
Die Jahresabrechnung ist die jährliche Rechnung des Stromlieferanten über den tatsächlich verbrauchten Strom, mit Pflichtangaben nach § 40 EnWG zu Verbrauch, Preisbestandteilen, Vorjahresvergleich und Kündigungsmöglichkeiten. Sie verrechnet die im Jahresverlauf gezahlten Abschläge mit dem realen Verbrauch und weist dadurch eine Nachzahlung oder ein Guthaben aus.
Jahresverbrauch
Der Jahresverbrauch ist die Strommenge, die ein Haushalt innerhalb eines Jahres insgesamt verbraucht, angegeben in Kilowattstunden. Er ist die zentrale Bezugsgröße für jeden Tarifvergleich, weil sich Arbeitspreis und Grundpreis erst mit ihm zusammen in reale Jahreskosten übersetzen lassen.

K

Kilowattpeak (kWp)
Kilowattpeak (kWp) ist die Maßeinheit für die Nennleistung einer Photovoltaikanlage unter genormten Testbedingungen. Sie beschreibt die Spitzenleistung der Solarmodule und dient als Vergleichsgröße für die Anlagengröße, nicht als Angabe des tatsächlichen Jahresertrags.
Kilowattstunde
Die Kilowattstunde (kWh) ist die Maßeinheit für Energie und zugleich die Abrechnungseinheit für Strom. Eine Kilowattstunde entspricht 1.000 Wattstunden, also der Energiemenge, die ein Gerät mit 1.000 Watt Leistung innerhalb einer Stunde verbraucht.
Konzessionsabgabe
Die Konzessionsabgabe ist ein Entgelt, das Netzbetreiber an Städte und Gemeinden dafür zahlen, dass sie öffentliche Verkehrswege für die Verlegung und den Betrieb von Stromleitungen nutzen dürfen. Sie ist Bestandteil des Strompreises und nach der Konzessionsabgabenverordnung (KAV) abhängig von der Einwohnerzahl der Gemeinde gestaffelt.
Kündigungsfrist
Die Kündigungsfrist ist die Zeitspanne, die zwischen deiner Kündigungserklärung und dem tatsächlichen Vertragsende liegen muss. In der Grundversorgung sind es lediglich zwei Wochen, bei Stromsonderverträgen richten sich Laufzeit und Frist nach § 41b EnWG.

L

Lastprofil
Ein Lastprofil ist das typisierte Muster, nach dem der Stromverbrauch einer Abnahmestelle über Tag und Jahr verteilt wird. Haushalte und kleineres Gewerbe ohne registrierende Lastgangmessung werden über das Standardlastprofil (SLP) abgebildet, das den zeitlichen Verlauf des Verbrauchs rechnerisch nachbildet.

M

Marktlokations-ID
Die Marktlokations-ID (MaLo-ID) ist eine elfstellige, deutschlandweit eindeutige Kennnummer für eine Verbrauchs- oder Einspeisestelle im Strommarkt. Sie markiert den Ort der Energieübergabe, nicht ein Gerät, und hat die frühere Zählpunktbezeichnung abgelöst.
Messstellenbetreiber
Der Messstellenbetreiber (MSB) ist verantwortlich für Einbau, Betrieb und Wartung deines Stromzählers sowie für die Übermittlung der Messwerte. Ohne eigene Wahl übernimmt automatisch der grundzuständige Messstellenbetreiber diese Aufgabe, meist der örtliche Netzbetreiber, du kannst aber auch einen wettbewerblichen Anbieter beauftragen.
Mieterstrom
Mieterstrom bezeichnet ein Versorgungsmodell, bei dem Solarstrom vom Dach eines Wohngebäudes direkt an die Mieterinnen und Mieter im selben Haus geliefert wird, ohne das öffentliche Netz zu durchlaufen. Der Anlagenbetreiber kann dafür den gesetzlichen Mieterstromzuschlag nach dem EEG erhalten, sofern Gebäudebezug und Lieferung an Letztverbraucher im selben Objekt erfüllt sind.
Moderne Messeinrichtung (mME)
Die moderne Messeinrichtung (mME) ist ein digitaler Stromzähler, der Verbrauchswerte elektronisch erfasst und anzeigt, jedoch ohne die Daten selbstständig zu übertragen. Sie hat im Zuge des Smart-Meter-Rollouts die alten Ferraris-Zähler mit Drehscheibe abgelöst.

N

Nachtstrom
Nachtstrom ist Strom, der zu einem günstigeren Niedertarif in festgelegten Nachtstunden bezogen wird und über einen Doppeltarifzähler mit Hoch- und Niedertarif (HT/NT) erfasst wird. Ursprünglich diente er vor allem dem Betrieb von Nachtspeicherheizungen.
Netzbetreiber
Der Netzbetreiber betreibt als Verteilnetzbetreiber das physische Stromnetz eines bestimmten Gebiets, also Leitungen, Zähler und Hausanschlüsse, und ist dabei unabhängig vom gewählten Stromlieferanten. Für alle Kunden im selben Netzgebiet ist er derselbe und nicht frei wählbar.
Netzdienliches Laden
Netzdienliches Laden bezeichnet das gezielte Steuern des Ladevorgangs eines Elektroautos so, dass es das Stromnetz entlastet statt zusätzlich belastet, etwa durch Verschieben in Schwachlastzeiten oder kurzes Pausieren bei einem lokalen Engpass. Es ist eng mit §14a EnWG und mit Wallboxen als steuerbare Verbrauchseinrichtung verknüpft.
Netzentgelt
Das Netzentgelt ist die regulierte Gebühr für die Nutzung des Stromnetzes, die der zuständige Netzbetreiber für Transport und Verteilung erhebt. Die Bundesnetzagentur legt Höhe und Rahmen fest, regional fällt das Entgelt unterschiedlich aus und ist fester Bestandteil jedes Strompreises.
Neukundenbonus
Der Neukundenbonus ist eine einmalige Gutschrift, mit der Stromanbieter im ersten Vertragsjahr um neue Kunden werben. Ausgezahlt wird er häufig erst nach zwölf Monaten ununterbrochener Belieferung, weshalb sich ein Tarif immer mit und ohne Bonus vergleichen lässt.
Nulleinspeisung
Nulleinspeisung bezeichnet eine Photovoltaikanlage, die technisch über ein Einspeisemanagement so geregelt ist, dass praktisch kein Strom ins öffentliche Netz eingespeist wird. Häufiger Grund ist eine fehlende oder verzögerte Netzanschlusskapazität; überschüssiger Solarertrag wird dabei am Wechselrichter gedrosselt oder muss in einem Speicher aufgenommen werden.

Ö

Ökostrom
Ökostrom ist elektrische Energie aus erneuerbaren Quellen wie Wind, Sonne, Wasser oder Biomasse. Weil der Begriff selbst nicht gesetzlich geschützt ist, wird der erneuerbare Ursprung über Herkunftsnachweise belegt, die im Register des Umweltbundesamtes geführt werden.

P

Peak Shaving
Peak Shaving bezeichnet das gezielte Kappen kurzzeitiger Lastspitzen im Stromverbrauch, meist mithilfe eines Batteriespeichers, der bei hohem Bedarf zusätzlich Strom liefert, oder durch das zeitliche Verschieben steuerbarer Verbraucher. Für Gewerbekunden mit leistungspreisbasierter Abrechnung senkt Peak Shaving direkt die Kosten für die abgerechnete Höchstlast.
Power Purchase Agreement (PPA)
Ein Power Purchase Agreement (PPA) ist ein langfristiger Stromliefervertrag zwischen einem Erzeuger, meist einem Wind- oder Solarpark, und einem Abnehmer außerhalb der gesetzlichen EEG-Förderung. Preis und Liefermenge werden dabei oft über zehn bis fünfzehn Jahre fest vereinbart, was den Bau neuer Erneuerbaren-Anlagen unabhängig von staatlicher Förderung ermöglicht.
Preisgarantie
Eine Preisgarantie ist die vertragliche Zusage eines Stromanbieters, bestimmte Preisbestandteile über einen festgelegten Zeitraum stabil zu halten. Je nach Ausgestaltung gilt sie eingeschränkt, also ohne Steuern, Abgaben und Umlagen, oder vollumfänglich für alle Preisbestandteile.

R

Redispatch
Redispatch ist der Eingriff von Übertragungs- und Verteilnetzbetreibern in Kraftwerks- und Anlagenfahrpläne, um lokale Engpässe im Stromnetz zu beheben. Einspeisung vor dem Engpass wird gedrosselt, Einspeisung dahinter hochgefahren; seit der Reform Redispatch 2.0 im Jahr 2021 gilt das einheitlich für alle Spannungsebenen, einschließlich vieler Wind- und Solaranlagen.
Regelenergie
Regelenergie ist die kurzfristig abrufbare Reserveleistung, mit der Übertragungsnetzbetreiber Abweichungen zwischen Stromerzeugung und -verbrauch in Echtzeit ausgleichen und die Netzfrequenz von 50 Hertz stabil halten. Anbieter von Regelenergie, unterteilt in Primärregelung, Sekundärregelung und Minutenreserve, erhalten dafür eine Vergütung über eigene Regelenergiemärkte.
Residuallast
Die Residuallast ist die Differenz zwischen dem gesamten Stromverbrauch und der aktuellen Einspeisung aus Wind- und Solarstrom. Sie zeigt, wie viel Leistung konventionelle Kraftwerke, Speicher und Importe zusätzlich bereitstellen müssen, und ist bei hoher Residuallast, also wenig Wind und Sonne bei gleichzeitig hohem Verbrauch, meist mit höheren Börsenstrompreisen verbunden.

S

Sektorenkopplung
Sektorenkopplung bezeichnet die technische und energiewirtschaftliche Verknüpfung des Stromsektors mit Wärme-, Verkehrs- und Industriesektor, etwa über Wärmepumpen, Elektrofahrzeuge und Power-to-X-Verfahren. Ziel ist, den wachsenden Anteil erneuerbaren Stroms auch außerhalb der klassischen Stromnutzung einzusetzen und fossile Energieträger in anderen Sektoren zu ersetzen.
Smart Meter
Ein Smart Meter im Sinne des Messstellenbetriebsgesetzes ist ein intelligentes Messsystem aus einer modernen Messeinrichtung, dem digitalen Zähler, und einem Smart-Meter-Gateway zur gesicherten Datenübertragung. Es erfasst den Verbrauch elektronisch und schafft damit die technische Grundlage für dynamische Tarife und steuerbare Verbrauchseinrichtungen.
Smart-Meter-Gateway
Das Smart-Meter-Gateway ist die zertifizierte Kommunikationseinheit eines intelligenten Messsystems, die Messwerte der modernen Messeinrichtung verschlüsselt sammelt und an berechtigte Marktteilnehmer wie Netzbetreiber, Messstellenbetreiber und Lieferanten überträgt. Es muss nach einem Schutzprofil des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert sein.
Sonderkündigungsrecht
Das Sonderkündigungsrecht erlaubt, einen Stromvertrag außerplanmäßig zu beenden, unabhängig von der eigentlich vereinbarten Laufzeit. Es entsteht typischerweise bei Preiserhöhungen, einseitigen Vertragsänderungen durch den Anbieter oder bei einem Umzug.
Steuerbare Verbrauchseinrichtung (§14a EnWG)
Eine steuerbare Verbrauchseinrichtung ist der gesetzliche Begriff für Anlagen wie Wärmepumpen oder Wallboxen ab einer bestimmten Leistung am Niederspannungsnetz, deren Bezugsleistung der Netzbetreiber nach §14a EnWG in Ausnahmefällen kurzzeitig reduzieren darf. Im Gegenzug erhältst du ein reduziertes Netzentgelt, eine Mindestleistung bleibt dabei gesetzlich garantiert.
Strompreisbremse
Die Strompreisbremse war eine befristete staatliche Entlastung nach dem Strompreisbremsegesetz (StromPBG), die rückwirkend ab Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 griff. Für ein Grundkontingent von 80 Prozent des Vorjahresverbrauchs war der Arbeitspreis gedeckelt, darüber hinausgehender Verbrauch wurde zum regulären Vertragspreis abgerechnet.
Stromsteuer
Die Stromsteuer ist eine bundesweit einheitliche Verbrauchsteuer auf elektrischen Strom nach dem Stromsteuergesetz (StromStG). Der Regelsatz liegt bei 2,05 Cent je Kilowattstunde und ist als Teil des Arbeitspreises in jeder Stromrechnung enthalten.

T

THG-Quote
Die THG-Quote (Treibhausgasminderungsquote) verpflichtet Mineralölunternehmen, die Emissionen ihrer Kraftstoffe zu mindern. Halter eines rein batterieelektrischen Fahrzeugs können die dadurch eingesparten Emissionen jährlich zertifizieren lassen und über Vermittler verkaufen, wofür sie eine Prämie erhalten.

V

Vertragslaufzeit
Die Vertragslaufzeit legt fest, wie lange ein Stromliefervertrag verbindlich läuft. Nach § 41b EnWG darf die anfängliche Laufzeit höchstens 24 Monate betragen, eine automatische Verlängerung ist nur um maximal einen Monat zulässig und muss mit einer Frist von höchstens einem Monat kündbar sein.
Volleinspeisung
Volleinspeisung ist ein Betriebsmodus einer Photovoltaikanlage, bei dem der gesamte erzeugte Strom ins öffentliche Netz eingespeist wird, ohne Eigenverbrauch im eigenen Haushalt. Der Anlagenbetreiber erhält dafür die volle Einspeisevergütung nach EEG, verzichtet im Gegenzug aber auf die meist wirtschaftlich attraktivere Ersparnis durch Eigenverbrauch.

W

Wärmepumpenstrom
Wärmepumpenstrom ist ein eigener Stromtarif speziell für den Betrieb einer Wärmepumpe, meist günstiger als gewöhnlicher Haushaltsstrom. Häufig wird er über einen separaten Zähler erfasst und ist mit einem reduzierten Netzentgelt nach § 14a EnWG sowie einer steuerbaren Anbindung verknüpft.
Wechselrichter
Ein Wechselrichter wandelt den Gleichstrom (DC) aus Solarmodulen oder einem Batteriespeicher in netzübliches Wechselstrom (AC) um. Er ist die zentrale Komponente jeder Photovoltaikanlage und jedes Balkonkraftwerks, weil Haushaltsgeräte und das öffentliche Netz mit Wechselstrom arbeiten.

Z

Zählernummer
Die Zählernummer ist die eindeutige Kennung des physischen Stromzählers an einem Anschluss. Sie steht auf dem Zähler selbst und auf der Stromrechnung und darf nicht mit der ortsgebundenen Marktlokations-ID verwechselt werden, die den Verbrauchspunkt im Markt bezeichnet.
Zählerstand
Der Zählerstand ist der am Stromzähler abgelesene Verbrauchswert in Kilowattstunden. Erst die Differenz zweier Zählerstände ergibt den Verbrauch eines Zeitraums, die Grundlage jeder Jahresabrechnung und der Abschlagsberechnung.
Zweirichtungszähler
Ein Zweirichtungszähler erfasst getrennt, wie viel Strom aus dem Netz bezogen und wie viel ins Netz eingespeist wird. Er wird bei Photovoltaikanlagen und Balkonkraftwerken benötigt, sobald überschüssiger Strom eingespeist wird, und ersetzt den alten Zähler, der sich sonst rückwärts drehen würde.

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