Die Idee hinter Nachtstrom stammt aus einer Zeit, in der die Netze nachts spürbar weniger ausgelastet waren. In festen Zeitfenstern, meist spätabends bis in die frühen Morgenstunden, galt deshalb ein günstigerer Niedertarif, tagsüber dagegen der teurere Hochtarif.
Zwei Zählwerke, ein Zweck
Gemessen wird das über einen Doppeltarifzähler mit getrennten Zählwerken für HT und NT. Klassisches Anwendungsbeispiel war die Nachtspeicherheizung, die nachts günstigen Strom aufnahm und die gespeicherte Wärme über den Tag verteilt wieder abgab.
Warum die starre HT/NT-Logik ausläuft
Mit wachsendem Anteil erneuerbarer Energien verschiebt sich, wann Strom tatsächlich günstig ist. Oft ist das heute die sonnenreiche Mittagszeit, nicht mehr zwingend die Nacht. Die feste Nachtstrom-Regelung wird deshalb Schritt für Schritt von dynamischen Tarifen abgelöst, die den Börsenstrompreis stundengenau abbilden, unabhängig davon, ob gerade Tag oder Nacht ist.