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Grundversorger finden: Postleitzahl reicht nicht

5 Min. Lesezeit

Symbolbild zum Ratgeber „Grundversorger finden: Postleitzahl reicht nicht“: eine Person sucht am Laptop die Adresse, ein Briefumschlag liegt daneben.

Auf den Punkt gebracht

Deinen Grundversorger findest du nicht über die Stadt, sondern über das Netzgebiet deiner Adresse. Maßgeblich ist nach § 36 EnWG der Versorger mit den meisten Haushaltskunden in diesem Netzgebiet. Die Postleitzahl ist nur der erste Anhaltspunkt, sie führt dich zum zuständigen Netzbetreiber, und dieser weist den geltenden Grundversorger aus.

Warum dein Nachbar einen anderen Grundversorger haben kann

„Ich wohne in Stadt X, also ist das Stadtwerk X mein Grundversorger.” Dieser Gedanke liegt nahe, ist aber der häufigste Denkfehler beim Thema Grundversorgung. Entscheidend ist nicht die politische Gemeindegrenze, sondern allein, in welchem Netzgebiet deine Marktlokation liegt. Zwei Häuser in derselben Straße können theoretisch von unterschiedlichen Netzbetreibern versorgt werden, historisch gewachsen, etwa durch Eingemeindungen.

BegriffWas es bezeichnetWer es festlegt
Stadtgebietpolitische/verwaltungstechnische GrenzeKommune
Netzgebietdas vom Netzbetreiber versorgte Stromnetzhistorisch/konzessionsrechtlich
GrundversorgerVersorger mit den meisten Haushaltskunden im NetzgebietNetzbetreiber nach § 36 EnWG

Erst wenn du das Netzgebiet kennst, kennst du auch den korrekten Grundversorger. Der frei gewählte Lieferant, mit dem du vielleicht schon einen Vertrag hast, ist davon unabhängig.

Illustration zum Abschnitt „Warum dein Nachbar einen anderen Grundversorger haben kann“ im Ratgeber „Grundversorger finden: Postleitzahl reicht nicht“: Nahaufnahme einer Adresssuche am Laptop.

Warum die Postleitzahl nur der Startpunkt ist

Der Grundversorger ist nach § 36 EnWG an das Netzgebiet gebunden, nicht an eine Postleitzahl. Eine einzelne Postleitzahl kann mehrere Netzgebiete berühren. Die Postleitzahl ist deshalb der praktische Einstieg, aber nicht das letzte Wort. Sie grenzt die Suche ein und führt dich zum zuständigen Netzbetreiber, und über diesen erst zum tatsächlich geltenden Grundversorger deiner Adresse.

Schritt für Schritt zum richtigen Grundversorger

Der zuverlässige Weg läuft über das Netz, nicht über das Branchenbuch:

  1. Adresse statt nur Postleitzahl nehmen. Straße und Hausnummer machen das Netzgebiet eindeutig, falls eine Postleitzahl mehrere Gebiete umfasst.
  2. Netzbetreiber bestimmen. Wer das örtliche Stromnetz betreibt, steht auf jeder Stromrechnung. Eindeutig zugeordnet ist es über die Marktlokations-ID.
  3. Grundversorger über den Netzbetreiber ausweisen. Jeder Netzbetreiber muss den für sein Netzgebiet zuständigen Grundversorger veröffentlichen.
  4. Status prüfen. Da der Grundversorger nur das Unternehmen mit den meisten Haushaltskunden ist, lohnt ein Blick auf das Feststellungsdatum.

Auf unseren Ortsseiten ist der lokale Grundversorger samt aktuellem Preis bereits hinterlegt, sodass du diesen Zwischenschritt nicht selbst gehen musst.

Illustration zum Abschnitt „Schritt für Schritt zum richtigen Grundversorger“ im Ratgeber „Grundversorger finden: Postleitzahl reicht nicht“: eine Person schließt zufrieden den Laptop.

Wie oft der Grundversorger neu festgestellt wird

Der Status ist nicht für immer vergeben. Der Netzbetreiber stellt alle drei Jahre zum 1. Juli neu fest, welches Unternehmen die meisten Haushaltskunden im Netzgebiet beliefert. Wechselt diese Mehrheit, ändert sich auch der Grundversorger. Für dich als Kunde ändert sich dabei in der Praxis selten etwas abrupt, aber es erklärt, warum eine ältere Auskunft nicht mehr stimmen muss.

Die Grundversorgung selbst bleibt davon unberührt: Sie ist und bleibt der gesetzliche Auffangtarif, unabhängig davon, welches Unternehmen ihn gerade ausfüllt.

Grundversorger gefunden, und jetzt?

Den zuständigen Grundversorger zu kennen ist nützlich, weil er dein Referenzpreis ist. Er ist in den meisten Netzgebieten nicht der günstigste Tarif, sondern der Maßstab, an dem du Alternativen misst. Mehr dazu liest du in der Übersicht zur Grundversorgung.

Eine pauschale Ersparnis gegenüber dem Grundversorger lässt sich nicht seriös beziffern, sie hängt von Netzgebiet, Verbrauch und Marktniveau ab. Verlässlich ist nur der Vergleich mit deiner Postleitzahl und deinem Jahresverbrauch. Stromtarife vergleichen zeigt dir, wie der lokale Grundversorger gegen freie Tarife abschneidet.

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Häufige Fragen

Warum kann mein Nachbar einen anderen Grundversorger haben als ich?
Weil der Grundversorger am Netzgebiet hängt, nicht an der Stadt- oder Gemeindegrenze. Historisch gewachsene Grenzen, etwa durch Eingemeindungen, können dazu führen, dass innerhalb einer Postleitzahl mehrere Netzgebiete liegen.
Reicht die Postleitzahl, um den Grundversorger zu bestimmen?
Sie ist der praktische Startpunkt, aber nicht immer eindeutig. Entscheidend ist das konkrete Netzgebiet deiner Adresse, das du über den Netzbetreiber ermittelst.
Wie finde ich meinen Netzbetreiber?
Er steht auf deiner Stromrechnung und ist über die Marktlokations-ID eindeutig zugeordnet. Alternativ nennt ihn der Grundversorger oder du fragst beim örtlichen Energieversorger nach.
Ist der Grundversorger immer das örtliche Stadtwerk?
Häufig ja, aber nicht zwingend. Grundversorger ist nach § 36 EnWG das Unternehmen mit den meisten Haushaltskunden im Netzgebiet. Das kann das Stadtwerk sein, in manchen Regionen aber auch ein überregionaler Versorger.
Bin ich automatisch beim Grundversorger, wenn ich umziehe?
Wenn du am neuen Wohnort Strom verbrauchst, ohne einen eigenen Vertrag abzuschließen, fällst du automatisch in die Grundversorgung des dort zuständigen Versorgers. Das gilt so lange, bis du aktiv einen Tarif wählst.

Quellen & Stand