Warum der Zähler überhaupt zum Thema wird
Ein Balkonkraftwerk speist Strom in dein Hausnetz ein, an sonnigen Stunden kann dabei mehr erzeugt werden, als gerade verbraucht wird, der Überschuss fließt dann ins öffentliche Netz. Wie dieser Vorgang gemessen wird, hängt vom verbauten Zähler ab, und genau hier hat das Solarpaket I für spürbare Erleichterung gesorgt. Den Gesamtüberblick zum Thema liefert die Hubseite Balkonkraftwerk.
Deine Zählernummer findest du direkt am Gerät und auf jeder Jahresabrechnung, sie wird auch bei der Anmeldung gebraucht, die der Spoke Balkonkraftwerk anmelden beschreibt. Mehr zum Begriff im Glossar unter Zählernummer.
Vier Zählertypen, ein Blick
| Zählertyp | Eignung fürs Balkonkraftwerk |
|---|---|
| Ferraris-Zähler (Drehscheibe) | übergangsweise toleriert, oft rückwärtsdrehend |
| Moderne Messeinrichtung (mME) | geeignet, digitaler Zähler ohne Kommunikation |
| Intelligentes Messsystem (iMSys / Smart Meter) | geeignet, mit Kommunikationsmodul |
| Zweirichtungszähler | geeignet, erfasst Bezug und Einspeisung getrennt |
Der ältere Ferraris-Zähler mit drehender Scheibe kann beim Einspeisen rückwärts laufen. Früher galt das als Problem, heute wird es übergangsweise geduldet, bis der Netzbetreiber den Zähler tauscht.
Der alte Ferraris-Zähler darf erstmal weiterlaufen
Solange dein Ferraris-Zähler noch nicht getauscht ist, darfst du das Balkonkraftwerk trotzdem betreiben. Dass die Scheibe bei Einspeisung kurzzeitig rückwärts läuft, wird in der Übergangsphase ausdrücklich toleriert. Weder musst du den Betrieb aufschieben, noch brauchst du eine Sondergenehmigung. Diese Duldung ist eine bewusste Vereinfachung, damit der Einstieg in die Steckersolar-Nutzung nicht an der Zählerfrage scheitert.
Wie der Tausch abläuft, ohne dass du etwas beantragst
Über das Marktstammdatenregister erfährt der Netzbetreiber, dass an deinem Anschluss ein Steckersolargerät läuft. Ist dein Zähler ungeeignet, veranlasst er selbst den Tausch gegen eine moderne Messeinrichtung oder einen Zweirichtungszähler, ohne dass du etwas beantragen musst. Der Austausch ist für dich in der Regel kostenfrei, weil der Netzbetreiber den Rollout digitaler Zähler ohnehin durchführt, für den laufenden Messstellenbetrieb gelten zusätzlich gesetzliche Preisobergrenzen nach dem Messstellenbetriebsgesetz.
Ob dabei eine einfache moderne Messeinrichtung oder gleich ein Smart Meter verbaut wird, hängt von den Rollout-Vorgaben und deinem Verbrauch ab. Für ein reines Balkonkraftwerk ist ein Smart Meter nicht zwingend erforderlich.
Einspeisung ja, Vergütung meist nein
Auch nach dem Zählertausch lohnt sich bei einem Balkonkraftwerk in der Regel keine Einspeisevergütung. Der wirtschaftliche Nutzen entsteht über den Eigenverbrauch. Überschüssiger Strom, den der neue Zähler als Einspeisung erfasst, fließt bei diesen kleinen Anlagen meist unvergütet ins Netz. Sinnvoll ist deshalb, den erzeugten Strom möglichst selbst zu nutzen, indem Geräte gezielt tagsüber laufen.
Drei praktische Tipps für den Übergang
- Zählerstand fotografieren. Vor und nach dem Tausch hilft ein Foto vom Zähler als Nachweis.
- Den Tausch entspannt abwarten. Du musst den Betrieb nicht unterbrechen, bis der neue Zähler eingebaut ist.
- Tarif im Blick behalten. Weil das Balkonkraftwerk deinen Netzbezug senkt, kann sich parallel ein erneuter Tarifvergleich lohnen.
Wer prüfen möchte, ob der reduzierte Netzbezug mit einem günstigeren Tarif zusammenpasst, kann jederzeit Stromtarife vergleichen.