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Balkonkraftwerk

Zähler beim Balkonkraftwerk: Ferraris, mME oder Smart Meter?

4 Min. Lesezeit

Symbolbild zum Ratgeber „Zähler beim Balkonkraftwerk: Ferraris, mME oder Smart Meter?“: ein Monteur prüft einen geöffneten Zählerschrank.

Auf den Punkt gebracht

Für ein Balkonkraftwerk wird ein rückwärtsdrehender Ferraris-Zähler übergangsweise toleriert, bis der Netzbetreiber ihn gegen eine moderne Messeinrichtung oder einen Zweirichtungszähler tauscht. Der Tausch ist für dich in der Regel kostenfrei. Du musst den Tausch nicht selbst beantragen, der Netzbetreiber veranlasst ihn anhand der Daten aus dem Marktstammdatenregister.

Warum der Zähler überhaupt zum Thema wird

Ein Balkonkraftwerk speist Strom in dein Hausnetz ein, an sonnigen Stunden kann dabei mehr erzeugt werden, als gerade verbraucht wird, der Überschuss fließt dann ins öffentliche Netz. Wie dieser Vorgang gemessen wird, hängt vom verbauten Zähler ab, und genau hier hat das Solarpaket I für spürbare Erleichterung gesorgt. Den Gesamtüberblick zum Thema liefert die Hubseite Balkonkraftwerk.

Deine Zählernummer findest du direkt am Gerät und auf jeder Jahresabrechnung, sie wird auch bei der Anmeldung gebraucht, die der Spoke Balkonkraftwerk anmelden beschreibt. Mehr zum Begriff im Glossar unter Zählernummer.

Illustration zum Abschnitt „Warum der Zähler überhaupt zum Thema wird“ im Ratgeber „Zähler beim Balkonkraftwerk: Ferraris, mME oder Smart Meter?“: Nahaufnahme eines alten Ferraris-Zählers im Zählerschrank.

Vier Zählertypen, ein Blick

ZählertypEignung fürs Balkonkraftwerk
Ferraris-Zähler (Drehscheibe)übergangsweise toleriert, oft rückwärtsdrehend
Moderne Messeinrichtung (mME)geeignet, digitaler Zähler ohne Kommunikation
Intelligentes Messsystem (iMSys / Smart Meter)geeignet, mit Kommunikationsmodul
Zweirichtungszählergeeignet, erfasst Bezug und Einspeisung getrennt

Der ältere Ferraris-Zähler mit drehender Scheibe kann beim Einspeisen rückwärts laufen. Früher galt das als Problem, heute wird es übergangsweise geduldet, bis der Netzbetreiber den Zähler tauscht.

Der alte Ferraris-Zähler darf erstmal weiterlaufen

Solange dein Ferraris-Zähler noch nicht getauscht ist, darfst du das Balkonkraftwerk trotzdem betreiben. Dass die Scheibe bei Einspeisung kurzzeitig rückwärts läuft, wird in der Übergangsphase ausdrücklich toleriert. Weder musst du den Betrieb aufschieben, noch brauchst du eine Sondergenehmigung. Diese Duldung ist eine bewusste Vereinfachung, damit der Einstieg in die Steckersolar-Nutzung nicht an der Zählerfrage scheitert.

Illustration zum Abschnitt „Der alte Ferraris-Zähler darf erstmal weiterlaufen“ im Ratgeber „Zähler beim Balkonkraftwerk: Ferraris, mME oder Smart Meter?“: Nahaufnahme eines neu installierten digitalen Zählers.

Wie der Tausch abläuft, ohne dass du etwas beantragst

Über das Marktstammdatenregister erfährt der Netzbetreiber, dass an deinem Anschluss ein Steckersolargerät läuft. Ist dein Zähler ungeeignet, veranlasst er selbst den Tausch gegen eine moderne Messeinrichtung oder einen Zweirichtungszähler, ohne dass du etwas beantragen musst. Der Austausch ist für dich in der Regel kostenfrei, weil der Netzbetreiber den Rollout digitaler Zähler ohnehin durchführt, für den laufenden Messstellenbetrieb gelten zusätzlich gesetzliche Preisobergrenzen nach dem Messstellenbetriebsgesetz.

Ob dabei eine einfache moderne Messeinrichtung oder gleich ein Smart Meter verbaut wird, hängt von den Rollout-Vorgaben und deinem Verbrauch ab. Für ein reines Balkonkraftwerk ist ein Smart Meter nicht zwingend erforderlich.

Einspeisung ja, Vergütung meist nein

Auch nach dem Zählertausch lohnt sich bei einem Balkonkraftwerk in der Regel keine Einspeisevergütung. Der wirtschaftliche Nutzen entsteht über den Eigenverbrauch. Überschüssiger Strom, den der neue Zähler als Einspeisung erfasst, fließt bei diesen kleinen Anlagen meist unvergütet ins Netz. Sinnvoll ist deshalb, den erzeugten Strom möglichst selbst zu nutzen, indem Geräte gezielt tagsüber laufen.

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Häufige Fragen

Darf ich mein Balkonkraftwerk mit einem alten Ferraris-Zähler nutzen?
Ja, übergangsweise. Der rückwärtsdrehende Ferraris-Zähler wird toleriert, bis der Netzbetreiber ihn gegen eine moderne Messeinrichtung tauscht. Bis zum Tausch darfst du die Anlage mit dem alten Zähler weiterbetreiben.
Was kostet mich der Zählertausch?
In der Regel nichts. Der Austausch gegen eine moderne Messeinrichtung ist für dich kostenfrei, da der Netzbetreiber den Rollout ohnehin durchführt. Für den laufenden Messstellenbetrieb gelten zusätzlich gesetzliche Preisobergrenzen.
Muss ich den Zählertausch selbst beantragen?
Nein. Über das Marktstammdatenregister erfährt der Netzbetreiber, dass du ein Steckersolargerät betreibst, und veranlasst den Tausch von sich aus, falls dein bisheriger Zähler ungeeignet ist.
Was unterscheidet moderne Messeinrichtung und Smart Meter?
Eine moderne Messeinrichtung (mME) ist ein digitaler Zähler ohne eigene Kommunikation. Ein intelligentes Messsystem (iMSys), umgangssprachlich Smart Meter, ist eine mME mit zusätzlichem Kommunikationsmodul, dem Smart-Meter-Gateway.
Brauche ich fürs Balkonkraftwerk sofort einen Zweirichtungszähler?
Nicht zwingend sofort. Beim Zählertausch kommt häufig ein Zähler mit Rücklaufsperre oder ein Zweirichtungszähler zum Einsatz, der Bezug und Einspeisung getrennt erfasst. Bis zum Tausch bleibt der Betrieb mit dem vorhandenen Zähler erlaubt.

Quellen & Stand