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Smart Meter

mME oder iMSys: Zwei Zähler, ein Unterschied

5 Min. Lesezeit

Symbolbild zum Ratgeber „mME oder iMSys: Zwei Zähler, ein Unterschied“: ein Techniker vergleicht zwei unterschiedliche Zählertypen im Zählerschrank.

Auf den Punkt gebracht

Eine moderne Messeinrichtung (mME) ist ein digitaler Stromzähler, der Verbrauchswerte anzeigt und speichert, aber nicht selbst kommuniziert. Ein intelligentes Messsystem (iMSys) besteht aus einer mME plus Smart-Meter-Gateway, das die Werte verschlüsselt überträgt. Nur das iMSys ist im engeren Wortsinn ein Smart Meter, denn erst das Gateway macht die Fernauslesung und zeitabhängige Tarife möglich.

Ein Blick in den Zählerschrank

Steht bei dir seit Kurzem ein neuer, digitaler Kasten im Zählerschrank, und du fragst dich, ob das jetzt schon ein Smart Meter ist? Die ehrliche Antwort: kommt drauf an. Das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) kennt zwei technisch klar getrennte Geräte, die moderne Messeinrichtung und das intelligente Messsystem, und umgangssprachlich wirft man beide in einen Topf. Das ist mehr als Wortklauberei, denn davon hängt ab, ob du überhaupt zeitabhängige Tarife nutzen kannst. Den größeren Zusammenhang liefert der Smart-Meter-Überblick, hier geht es konkret um den Unterschied im Schrank.

Illustration zum Abschnitt „Ein Blick in den Zählerschrank“ im Ratgeber „mME oder iMSys: Zwei Zähler, ein Unterschied“: Nahaufnahme eines geöffneten Zählerschranks mit modernem Zähler.

Was eine moderne Messeinrichtung leistet, und was nicht

Die moderne Messeinrichtung (mME) löst den alten mechanischen Ferraris-Zähler ab. Sie zeigt den aktuellen Verbrauch digital an und speichert historische Werte, Tages-, Wochen- und Jahreswerte, die du über eine PIN am Gerät abrufen kannst. Damit siehst du dein Lastprofil schon deutlich genauer als früher.

Der entscheidende Punkt ist aber, was fehlt: eine eigene Kommunikationsfähigkeit. Die mME sendet nichts von sich aus nach draußen. Der Zählerstand wird weiterhin manuell abgelesen oder vom Messstellenbetreiber erfasst. Fernauslesung, zeitabhängige Abrechnung, dynamische Tarife, für all das reicht eine mME allein nicht aus.

Das Smart-Meter-Gateway macht den Unterschied

Ein intelligentes Messsystem (iMSys) ist im Kern nichts anderes als eine mME, der ein Smart-Meter-Gateway zur Seite gestellt wird. Diese zweite, separate Box ist eine zertifizierte Kommunikationseinheit. Sie sammelt die Messwerte, verschlüsselt sie und gibt jeweils nur die Daten weiter, die ein bestimmter Empfänger tatsächlich braucht, etwa der Netzbetreiber, der Messstellenbetreiber oder dein Lieferant.

Erst mit diesem Gateway wird aus einem Anzeigegerät ein Smart Meter im technischen Sinn. Es macht die zeitlich aufgelöste Messung erst nutzbar und ist damit die Grundvoraussetzung für dynamische Tarife. Ohne Gateway bleibt jeder Zähler ein reines Speicher- und Anzeigegerät, egal wie neu er aussieht.

Illustration zum Abschnitt „Das Smart-Meter-Gateway macht den Unterschied“ im Ratgeber „mME oder iMSys: Zwei Zähler, ein Unterschied“: Nahaufnahme eines Smart-Meter-Gateways neben dem Zähler.

mME und iMSys im Überblick

Merkmal mME iMSys
Digitales Display ja ja
Speicherung historischer Werte ja ja
Smart-Meter-Gateway nein ja
Ferngesteuerte Auslesung nein ja
Zeitabhängige/dynamische Tarife nein ja
Verschlüsselte Datenübertragung entfällt ja

Auf den Punkt gebracht: Jedes iMSys enthält eine mME, aber nicht jede mME ist Teil eines iMSys. Der ganze Unterschied liegt im Gateway, sonst in nichts.

Was das für deinen Tarif bedeutet

Die Unterscheidung ist keine Technikspielerei, sie entscheidet direkt über deine Tarifoptionen. Ohne Gateway lässt sich ein dynamischer Tarif technisch gar nicht abrechnen, wie der Beitrag Smart Meter als Voraussetzung dynamischer Tarife zeigt. Auch bei den Entgelten gibt es Unterschiede, dazu mehr im Beitrag zu den Smart-Meter-Kosten.

Welches Gerät bei dir landet, entscheidest übrigens meist nicht du selbst, sondern es hängt von Verbrauch und Anlage ab. Wer verpflichtend ein iMSys bekommt, liest im Beitrag zur Smart-Meter-Pflicht nach. Steht bei dir ohnehin ein Wechsel des Messsystems an, lohnt sich der gleichzeitige Blick auf den Tarif: Stromtarife vergleichen.

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Häufige Fragen

Was hängt bei einer modernen Messeinrichtung im Zählerschrank?
Nur ein einzelnes Gerät: ein digitaler Zähler mit Display, der aktuelle und historische Verbrauchswerte speichert. Er sendet diese Werte nicht selbstständig weiter. Zum Ablesen brauchst du entweder eine PIN am Gerät oder es kommt weiterhin der Messstellenbetreiber vorbei.
Was kommt beim iMSys zusätzlich hinzu?
Eine separate, zertifizierte Box: das Smart-Meter-Gateway. Es liest die mME aus, verschlüsselt die Werte und übermittelt nur die für den jeweiligen Empfänger nötigen Daten. Ohne dieses Gateway bleibt jeder Zähler technisch eine mME, egal wie modern er aussieht.
Ist mit Smart Meter immer das iMSys gemeint?
Im Alltag wird der Begriff Smart Meter für jeden digitalen Zähler verwendet. Rechtlich exakt gemeint ist damit aber nur das intelligente Messsystem mit Gateway. Eine reine moderne Messeinrichtung ohne Gateway erfüllt diese engere Definition nicht.
Lässt sich eine mME zu einem iMSys nachrüsten?
Ja. Da das iMSys technisch auf der mME aufbaut, genügt das Nachrüsten eines Smart-Meter-Gateways. Das übernimmt der Messstellenbetreiber, etwa wenn eine Einbaupflicht greift oder du für einen dynamischen Tarif ein iMSys brauchst.
Woran erkenne ich zweifelsfrei, was bei mir verbaut ist?
Am einfachsten am Anblick: Eine mME steht allein, ein iMSys hat eine zweite Box daneben, das Gateway. Sicherheit gibt im Zweifel der Messstellenbetreiber, der auf jeder Stromrechnung ausgewiesen ist.

Quellen & Stand