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Smart Meter

Ohne Smart Meter kein dynamischer Stromtarif

5 Min. Lesezeit

Symbolbild zum Ratgeber „Ohne Smart Meter kein dynamischer Stromtarif“: eine Hand hält ein Smartphone mit Energie-App vor dem Zählerschrank.

Auf den Punkt gebracht

Ein dynamischer Stromtarif rechnet den Verbrauch viertelstundengenau zu den jeweiligen Börsenpreisen ab. Das kann nur ein intelligentes Messsystem (iMSys) leisten, das diese Werte misst und übermittelt. Ohne iMSys lässt sich ein zeitabhängiger Preis technisch nicht korrekt zuordnen, eine moderne Messeinrichtung allein genügt nicht.

Ohne iMSys kein dynamischer Tarif: der Grund in einer Tabelle

Seit § 41a EnWG jeden Lieferanten zum Angebot dynamischer Tarife verpflichtet, ist das Thema in aller Munde. Was dabei oft untergeht: Der Tarif funktioniert nur mit der passenden Messtechnik.

Anforderung des dynamischen TarifsmMEiMSys
Viertelstundengenaue Messungneinja
Automatische Übertragungneinja
Zuordnung Börsenpreis je Intervallnicht möglichmöglich
Abrechnung zeitabhängiger Preiseneinja

Ein dynamischer Tarif und ein intelligentes Messsystem gehören also untrennbar zusammen. Dieser Beitrag erklärt von der Messseite her, warum das so ist, die Tarifseite beleuchtet der Überblick zu dynamischen Stromtarifen.

Illustration zum Abschnitt „Ohne iMSys kein dynamischer Tarif: der Grund in einer Tabelle“ im Ratgeber „Ohne Smart Meter kein dynamischer Stromtarif“: Nahaufnahme eines intelligenten Messsystems im Schrank.

Die Viertelstundenmessung als technischer Kern

Beim dynamischen Tarif ändert sich der Arbeitspreis laufend mit der Strombörse. Damit das abrechenbar wird, muss der Verbrauch zeitlich fein aufgelöst erfasst werden, konkret in 15-Minuten-Intervallen (Viertelstundenmessung). Jedem Intervall wird der dort gültige Börsenpreis zugeordnet. Am Monatsende ergibt die Summe aller Intervalle deine Kosten.

Diese zeitlich aufgelöste Messung pro Kilowattstunde ist der eigentliche Knackpunkt. Ohne sie wüsste niemand, wie viel du in der günstigen Nacht- und wie viel in der teuren Abendstunde verbraucht hast, und genau diese Unterscheidung ist der ganze Sinn des dynamischen Tarifs.

Warum eine mME dafür nicht genügt

Hier kommt der Unterschied zwischen den beiden Zählertypen ins Spiel. Eine moderne Messeinrichtung zeigt und speichert den Verbrauch zwar digital, kommuniziert aber nicht selbstständig und liefert keine automatische Viertelstundenübertragung. Erst das iMSys, also die moderne Messeinrichtung plus Smart-Meter-Gateway, misst und übermittelt die Werte in der nötigen Auflösung. Den genauen technischen Unterschied beider Geräte vertieft der Beitrag mME oder iMSys. Für den dynamischen Tarif gilt schlicht: ohne Gateway keine Abrechnung.

Illustration zum Abschnitt „Warum eine mME dafür nicht genügt“ im Ratgeber „Ohne Smart Meter kein dynamischer Stromtarif“: ein einfacher Zähler neben einem modernen intelligenten Messsystem.

Das iMSys ist Voraussetzung, nicht der Vorteil

Die Messung liefert zugleich ein detailliertes Lastprofil. Das ist nicht nur Abrechnungsgrundlage, sondern auch dein wichtigstes Werkzeug: Erst wenn du siehst, wann du wie viel verbrauchst, kannst du gezielt verschieben. Wie sich große Lasten in günstige Stunden legen lassen, zeigt der Beitrag zur Lastverschiebung.

Wichtig zur Ehrlichkeit: Das iMSys allein spart nichts. Es ist die Voraussetzung, nicht der Vorteil. Der Vorteil entsteht erst, wenn du den Verbrauch auf die günstigen, gemessenen Stunden verlagerst.

So bekommst du das passende iMSys

Wer ohnehin unter die Smart-Meter-Pflicht fällt, etwa mit Wärmepumpe, Wallbox oder größerer PV-Anlage, hat die Voraussetzung bereits. Alle anderen können beim Messstellenbetreiber ein intelligentes Messsystem anfragen, gerade um einen dynamischen Tarif zu nutzen. Für die Entgelte gelten die gesetzlichen Obergrenzen, die der Beitrag zu den Smart-Meter-Kosten erläutert.

Sinnvoll ist, Messtechnik und Tarif aufeinander abzustimmen, bevor du wechselst. Ob sich ein dynamischer Tarif für dein Netzgebiet rechnet, hängt von Verbrauch und Marktniveau ab: Stromtarife vergleichen und dynamische gegen feste Modelle stellen.

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Häufige Fragen

Warum genügt eine moderne Messeinrichtung nicht für einen dynamischen Tarif?
Eine moderne Messeinrichtung zeigt und speichert den Verbrauch nur, kommuniziert aber nicht und liefert keine viertelstundengenaue Übertragung. Für einen dynamischen Tarif muss jeder Viertelstunde der passende Börsenpreis zugeordnet und übermittelt werden. Das leistet nur ein intelligentes Messsystem mit Gateway.
Was heißt Viertelstundenmessung konkret?
Das intelligente Messsystem erfasst den Verbrauch in 15-Minuten-Intervallen. Jedem dieser Intervalle wird der jeweils gültige Börsenpreis zugeordnet. So entsteht eine zeitlich aufgelöste Abrechnung, die zur Preisbildung dynamischer Tarife passt.
Wie komme ich an ein iMSys, wenn ich einen dynamischen Tarif will?
Wer keinen Pflichteinbau hat, kann beim Messstellenbetreiber ein intelligentes Messsystem anfragen, um einen dynamischen Tarif zu nutzen. Haushalte mit Wärmepumpe, Wallbox oder größerer PV-Anlage erhalten ohnehin ein iMSys. Für die Entgelte gelten die gesetzlichen Obergrenzen.
Sollte ich zuerst das iMSys oder zuerst den Tarif organisieren?
Sinnvoll ist, beides aufeinander abzustimmen. Ein dynamischer Tarif lässt sich nur mit vorhandenem iMSys sauber abrechnen. Viele Anbieter koordinieren den Wechsel; im Zweifel klärst du den Einbau zuerst mit dem Messstellenbetreiber.
Geht ein dynamischer Tarif übergangsweise auch ohne Smart Meter?
Nein, eine korrekte zeitabhängige Abrechnung ist ohne iMSys nicht möglich. Der gesamte Vorteil dynamischer Tarife beruht auf der zeitlich aufgelösten Messung. Ohne sie fehlt die Grundlage, günstige Stunden günstiger abzurechnen.

Quellen & Stand