Ohne iMSys kein dynamischer Tarif: der Grund in einer Tabelle
Seit § 41a EnWG jeden Lieferanten zum Angebot dynamischer Tarife verpflichtet, ist das Thema in aller Munde. Was dabei oft untergeht: Der Tarif funktioniert nur mit der passenden Messtechnik.
| Anforderung des dynamischen Tarifs | mME | iMSys |
|---|---|---|
| Viertelstundengenaue Messung | nein | ja |
| Automatische Übertragung | nein | ja |
| Zuordnung Börsenpreis je Intervall | nicht möglich | möglich |
| Abrechnung zeitabhängiger Preise | nein | ja |
Ein dynamischer Tarif und ein intelligentes Messsystem gehören also untrennbar zusammen. Dieser Beitrag erklärt von der Messseite her, warum das so ist, die Tarifseite beleuchtet der Überblick zu dynamischen Stromtarifen.
Die Viertelstundenmessung als technischer Kern
Beim dynamischen Tarif ändert sich der Arbeitspreis laufend mit der Strombörse. Damit das abrechenbar wird, muss der Verbrauch zeitlich fein aufgelöst erfasst werden, konkret in 15-Minuten-Intervallen (Viertelstundenmessung). Jedem Intervall wird der dort gültige Börsenpreis zugeordnet. Am Monatsende ergibt die Summe aller Intervalle deine Kosten.
Diese zeitlich aufgelöste Messung pro Kilowattstunde ist der eigentliche Knackpunkt. Ohne sie wüsste niemand, wie viel du in der günstigen Nacht- und wie viel in der teuren Abendstunde verbraucht hast, und genau diese Unterscheidung ist der ganze Sinn des dynamischen Tarifs.
Warum eine mME dafür nicht genügt
Hier kommt der Unterschied zwischen den beiden Zählertypen ins Spiel. Eine moderne Messeinrichtung zeigt und speichert den Verbrauch zwar digital, kommuniziert aber nicht selbstständig und liefert keine automatische Viertelstundenübertragung. Erst das iMSys, also die moderne Messeinrichtung plus Smart-Meter-Gateway, misst und übermittelt die Werte in der nötigen Auflösung. Den genauen technischen Unterschied beider Geräte vertieft der Beitrag mME oder iMSys. Für den dynamischen Tarif gilt schlicht: ohne Gateway keine Abrechnung.
Das iMSys ist Voraussetzung, nicht der Vorteil
Die Messung liefert zugleich ein detailliertes Lastprofil. Das ist nicht nur Abrechnungsgrundlage, sondern auch dein wichtigstes Werkzeug: Erst wenn du siehst, wann du wie viel verbrauchst, kannst du gezielt verschieben. Wie sich große Lasten in günstige Stunden legen lassen, zeigt der Beitrag zur Lastverschiebung.
Wichtig zur Ehrlichkeit: Das iMSys allein spart nichts. Es ist die Voraussetzung, nicht der Vorteil. Der Vorteil entsteht erst, wenn du den Verbrauch auf die günstigen, gemessenen Stunden verlagerst.
So bekommst du das passende iMSys
Wer ohnehin unter die Smart-Meter-Pflicht fällt, etwa mit Wärmepumpe, Wallbox oder größerer PV-Anlage, hat die Voraussetzung bereits. Alle anderen können beim Messstellenbetreiber ein intelligentes Messsystem anfragen, gerade um einen dynamischen Tarif zu nutzen. Für die Entgelte gelten die gesetzlichen Obergrenzen, die der Beitrag zu den Smart-Meter-Kosten erläutert.
Sinnvoll ist, Messtechnik und Tarif aufeinander abzustimmen, bevor du wechselst. Ob sich ein dynamischer Tarif für dein Netzgebiet rechnet, hängt von Verbrauch und Marktniveau ab: Stromtarife vergleichen und dynamische gegen feste Modelle stellen.