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Lastmanagement: mehrere Wallboxen an einem Anschluss

5 Min. Lesezeit

Symbolbild zum Ratgeber „Lastmanagement: mehrere Wallboxen an einem Anschluss“: eine Tiefgarage mit mehreren gleichzeitig ladenden Elektroautos.

Auf den Punkt gebracht

Ein Lastmanagement verteilt die begrenzte Anschlussleistung dynamisch auf mehrere gleichzeitig ladende Wallboxen, damit der Hausanschluss nicht überlastet wird. Es ist vor allem in Tiefgaragen und Eigentümergemeinschaften nötig, wo viele Ladepunkte an einem Anschluss hängen. Dynamisches Lastmanagement bezieht zusätzlich den übrigen Gebäudeverbrauch ein und nutzt die Reserve, statt eine teure Netzverstärkung zu erzwingen.

Wenn drei Autos gleichzeitig an die Steckdose wollen

In der Tiefgarage einer Eigentümergemeinschaft laden abends mehrere Elektroautos gleichzeitig, und plötzlich reicht die Anschlussleistung nicht mehr für alle. Genau für diesen Moment gibt es das Lastmanagement. Eine einzelne Wallbox lässt sich an den meisten Hausanschlüssen problemlos betreiben, sobald aber mehrere Ladepunkte an einem gemeinsamen Anschluss hängen, etwa in einer Tiefgarage oder einer Eigentümergemeinschaft, kann die Summe der gleichzeitig abgerufenen Leistungen die verfügbare Anschlussleistung übersteigen. Würden alle Wallboxen zugleich mit voller Leistung laden, wäre der Anschluss überlastet. Den größeren Rahmen von Anmeldung bis Tarif spannt unser Hub zur Wallbox, dieser Ratgeber widmet sich der Mehrpunkt-Situation.

Illustration zum Abschnitt „Wenn drei Autos gleichzeitig an die Steckdose wollen“ im Ratgeber „Lastmanagement: mehrere Wallboxen an einem Anschluss“: Nahaufnahme dreier Wallboxen nebeneinander in der Tiefgarage.

Zwei Wege, dieselbe Anschlussleistung zu verteilen

VarianteFunktionsweiseAusnutzung des Anschlusses
Statisches Lastmanagementverteilt eine fest reservierte Leistung auf die aktiven Ladepunktekonstant, aber konservativ
Dynamisches Lastmanagementmisst den Gesamtverbrauch und gibt die jeweils freie Reserve freihoch, passt sich in Echtzeit an

Das statische Lastmanagement reserviert einen festen Anteil der Anschlussleistung allein fürs Laden und teilt diesen unter den aktiven Wallboxen auf, einfach umzusetzen, lässt aber Reserven ungenutzt, wenn das Gebäude gerade wenig Strom braucht. Das dynamische Lastmanagement geht weiter: Es erfasst den übrigen Gebäudeverbrauch in Echtzeit und gibt die jeweils freie Leistung an die Ladepunkte frei. Nachts, wenn Aufzüge, Beleuchtung und Gewerbe ruhen, steht so mehr fürs Laden zur Verfügung. Dieses an den tatsächlichen Verbrauch angepasste Lastprofil nutzt den vorhandenen Anschluss deutlich besser aus.

Der eigentliche Gewinn: keine teure Netzverstärkung

Der wirtschaftliche Kern des Lastmanagements liegt darin, eine kostspielige Verstärkung des Netzanschlusses zu vermeiden. Statt den Anschluss für den unwahrscheinlichen Fall auszulegen, dass alle Fahrzeuge gleichzeitig mit Maximalleistung laden, verteilt das System die vorhandene Leistung intelligent. In der Praxis stehen Fahrzeuge über Nacht viele Stunden am Kabel, die Ladevorgänge lassen sich also problemlos strecken, ohne dass am Morgen jemand mit leerem Akku dasteht.

Illustration zum Abschnitt „Der eigentliche Gewinn: keine teure Netzverstärkung“ im Ratgeber „Lastmanagement: mehrere Wallboxen an einem Anschluss“: die Decke einer Tiefgarage mit Kabelführungen.

Besonders wichtig: Tiefgarage und Eigentümergemeinschaft

Besonders relevant wird das Thema in Mehrparteienhäusern. In einer WEG nutzen alle den gemeinsamen Anschluss, weshalb ein faires und transparentes Verteilkonzept wichtig ist. Sinnvoll ist es, das Lastmanagement von Beginn an für die gesamte Tiefgarage zu planen, auch wenn zunächst nur einzelne Stellplätze eine Wallbox erhalten, so lassen sich weitere Ladepunkte später ohne Komplettumbau ergänzen. Die technische Auslegung und die Abstimmung mit dem Netzbetreiber übernimmt ein Fachbetrieb.

Zwei Ebenen, ein Ziel: das Netz schützen

Wichtig ist die Abgrenzung: Das Lastmanagement schützt den Hausanschluss vor interner Überlastung. § 14a EnWG dagegen erlaubt dem Netzbetreiber eine Steuerung zum Schutz des öffentlichen Netzes und senkt im Gegenzug das Netzentgelt, wie das beim Laden konkret wirkt, erklärt der Ratgeber § 14a EnWG: reduziertes Netzentgelt für die Wallbox. Beide Mechanismen ergänzen sich: Das eine ordnet den Verbrauch hinter dem Anschluss, das andere den Bezug aus dem Netz. Welcher Stromtarif für deinen Ladebedarf am günstigsten ist, hängt vom Verbrauch und Netzgebiet ab und lässt sich mit deiner Postleitzahl im Stromkostenrechner vergleichen.

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Häufige Fragen

Ab wann brauche ich überhaupt ein Lastmanagement?
Sobald mehrere Wallboxen an einem gemeinsamen Hausanschluss betrieben werden und gleichzeitig laden könnten, wird ein Lastmanagement nötig. Es verhindert, dass die Summe der Ladeleistungen die verfügbare Anschlussleistung übersteigt und den Anschluss überlastet.
Was unterscheidet statisches von dynamischem Lastmanagement?
Statisches Lastmanagement verteilt eine fest reservierte Leistung gleichmäßig auf die aktiven Ladepunkte. Dynamisches Lastmanagement misst zusätzlich den übrigen Gebäudeverbrauch in Echtzeit und gibt die jeweils freie Reserve an die Wallboxen frei, nutzt den Anschluss also besser aus.
Lädt mein Auto trotz Lastmanagement noch voll?
In der Regel ja. Das Lastmanagement streckt den Ladevorgang gegebenenfalls zeitlich, indem es die Leistung verteilt. Über Nacht stehen meist genug Stunden zur Verfügung, sodass alle Fahrzeuge ausreichend geladen werden, ohne den Anschluss zu überlasten.
Wie hängen Lastmanagement und § 14a EnWG zusammen?
Beide begrenzen Leistung, aber auf verschiedenen Ebenen: Das Lastmanagement schützt den Hausanschluss vor interner Überlastung, § 14a EnWG erlaubt dem Netzbetreiber eine Steuerung zum Schutz des öffentlichen Netzes. In der Praxis ergänzen sich beide Mechanismen.
Wer plant das Lastmanagement in einer Eigentümergemeinschaft?
In einer WEG wird das Lastmanagement meist gemeinschaftlich für die Tiefgarage oder den Stellplatzbereich geplant. Weil der Anschluss von allen genutzt wird, sind Abstimmung und ein faires Verteilkonzept wichtig, die technische Auslegung übernimmt ein Fachbetrieb.

Quellen & Stand