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Symbolbild: eine Unternehmerin in ihrer hellen, modernen Werkstatt, Sinnbild für Gewerbestrom in kleinen Betrieben.

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Gewerbestrom

Gewerbestrom 2026: Ab wann Lastgang und Leistungspreis greifen, was den Preis wirklich treibt und worauf Kleingewerbe beim Vergleich achten sollte.

Stand

Auf den Punkt gebracht

Gewerbestrom ist Strom für gewerblich genutzte Anschlüsse und unterscheidet sich vom Haushaltsstrom vor allem durch die Messung und die Vertragsgestaltung. Bis etwa 100.000 kWh Jahresverbrauch wird meist über ein Standardlastprofil (SLP) abgerechnet, darüber über eine registrierende Leistungsmessung (RLM) mit viertelstündlichem Lastgang. Wie günstig Gewerbestrom ist, hängt stark von Branche, Verbrauchsmenge und Lastprofil ab.

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Gleiches Netz, andere Spielregeln

Ein Handwerksbetrieb, ein Ladengeschäft oder eine kleine Produktion bezieht denselben Strom aus demselben Netz wie ein Haushalt nebenan. Gewerbestrom ist also kein anderer Strom, sondern Strom für gewerblich genutzte Anschlüsse mit eigenen Regeln bei Messung, Abrechnung und Vertrag. Der Unterschied zeigt sich vor allem im Verbrauchsmuster über den Tag: Eine Bäckerei verbraucht früh morgens viel, ein Büro über den Arbeitstag verteilt, ein Kühlhaus rund um die Uhr, und genau diese Muster bestimmen, welche Messung sinnvoll ist.

SLP und RLM: die Weichenstellung bei rund 100.000 kWh

MerkmalStandardlastprofil (SLP)Registrierende Leistungsmessung (RLM)
Typischer Verbrauchbis ca. 100.000 kWh/Jahrüber ca. 100.000 kWh/Jahr
Erfassungüber typisiertes Profilviertelstündlicher Lastgang
Leistungspreisin der Regel nichtmeist enthalten
Typische NutzerKleingewerbe, Büros, LädenIndustrie, große Betriebe

Beim Standardlastprofil wird der Verbrauch nicht individuell gemessen, sondern über ein vom Netzbetreiber zugeordnetes typisiertes Profil abgebildet, das vereinfacht die Abrechnung kleinerer Anschlüsse deutlich. Bei der registrierenden Leistungsmessung zeichnet der Zähler den Verbrauch in Viertelstundenintervallen auf, daraus ergibt sich unter anderem die höchste bezogene Leistung, die in die Netzentgelte einfließt.

Die Grenze von rund 100.000 kWh ist ein Richtwert. Die konkrete Einordnung und der Wechsel zwischen SLP und RLM entscheidet der zuständige Netzbetreiber.

Wo sich Lastspitzen bemerkbar machen

Bei RLM-Betrieben bestimmt nicht nur die verbrauchte Menge die Kosten, sondern zusätzlich die Leistungsspitze. Wer große Verbraucher zeitlich entzerrt, statt sie gleichzeitig anlaufen zu lassen, senkt seine höchste Last und damit den leistungsbezogenen Anteil der Netzentgelte. Lastmanagement ist deshalb für leistungsgemessene Betriebe ein praktischer und oft unterschätzter Hebel.

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Steuern, Umlagen und die Grenzen möglicher Entlastungen

Der Strompreis für Gewerbebetriebe setzt sich aus Energiebeschaffung, Vertrieb, Netzentgelten sowie Steuern, Abgaben und Umlagen zusammen. Für bestimmte Betriebe des produzierenden Gewerbes können reduzierte Sätze bei Stromsteuer oder einzelnen Umlagen in Betracht kommen, gebunden an gesetzliche Voraussetzungen und ein eigenes Antragsverfahren. Die pauschale Aussage, Gewerbestrom sei grundsätzlich günstiger, trifft deshalb nicht zu, ob und wie stark ein Betrieb profitiert, entscheidet der Einzelfall.

Kleingewerbe und Selbstständige: klein, aber nicht chancenlos

Auch Kleingewerbe, Freiberufler und Selbstständige mit gewerblich genutztem Anschluss können eigene Gewerbestromtarife abschließen. Bei geringem Verbrauch ähnelt die Abrechnung stark der eines Haushalts über ein Standardlastprofil, ohne Leistungspreis. Weil sich Konditionen je nach Anbieter und Verbrauch deutlich unterscheiden können, lohnt sich der Vergleich trotzdem.

Worauf der Vergleich am Ende wirklich ankommt

Weil sich Konditionen nach Branche, Menge und Profil deutlich unterscheiden, gibt es nicht den einen besten Gewerbestromtarif. Entscheidend ist, dass Messung, Verbrauch und Vertrag zueinander passen, am besten geprüft mit den eigenen Zahlen aus der letzten Jahresabrechnung.

Weiterführende Ratgeber

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Häufige Fragen

Zahlt mein kleiner Betrieb automatisch den gleichen Tarif wie ein Haushalt?
Technisch ähnlich, ja, ein Kleingewerbe mit geringem Verbrauch wird meist wie ein Haushalt über ein Standardlastprofil abgerechnet. Vertraglich gibt es aber eigene Gewerbestromtarife, ein Vergleich lohnt sich trotzdem.
Wann wechselt mein Betrieb von SLP zu RLM?
In der Praxis liegt die Grenze bei rund 100.000 kWh Jahresverbrauch. Darüber ist meist eine registrierende Leistungsmessung mit viertelstündlichem Lastgang vorgesehen, die konkrete Einordnung trifft der zuständige Netzbetreiber.
Was genau kostet mich der Leistungspreis bei RLM?
Er bemisst sich an der höchsten aus dem Lastgang ermittelten Viertelstundenleistung im Abrechnungszeitraum. Wer Großverbraucher zeitlich entzerrt, statt sie gleichzeitig laufen zu lassen, senkt diese Spitze und damit einen Teil der Netzentgelte.
Bekommt jeder Gewerbebetrieb eine Stromsteuer-Vergünstigung?
Nein. Reduzierte Sätze bei Stromsteuer oder einzelnen Umlagen kommen nur für bestimmte Betriebe des produzierenden Gewerbes in Betracht und sind an gesetzliche Voraussetzungen sowie Antragsverfahren gebunden, nicht automatisch.
Ist Gewerbestrom grundsätzlich günstiger als Haushaltsstrom?
Das lässt sich pauschal nicht sagen. Ob Gewerbestrom günstiger ausfällt, hängt von Verbrauchsmenge, Lastprofil, Branche und dem konkreten Vertrag ab, nicht vom Etikett Gewerbestrom allein.
Kann ein Betrieb auch Ökostrom als Gewerbestrom beziehen?
Ja, Ökostrom-Gütesiegel und Vertragsart Gewerbestrom betreffen unterschiedliche Ebenen. Ein Gewerbestromtarif kann ebenso mit anerkannten Herkunftsnachweisen als echter Ökostrom ausgewiesen sein wie ein Haushaltstarif.

Begriffe erklärt

Quellen & Stand