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Gewerbestrom

Gewerbestrom vergleichen: die wichtigsten Kriterien

4 Min. Lesezeit

Symbolbild zum Ratgeber „Gewerbestrom vergleichen: die wichtigsten Kriterien“: eine Unternehmerin vergleicht Tarife auf dem Tablet am Besprechungstisch.

Auf den Punkt gebracht

Kurz gesagt: Ein niedriger Arbeitspreis allein sagt beim Gewerbestrom wenig aus. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Arbeits-, Grund- und bei leistungsgemessenen Betrieben zusätzlich Leistungspreis, dazu Vertragslaufzeit, Kündigungsfrist und Reichweite der Preisgarantie. Den einen besten Tarif gibt es nicht, wichtig ist, dass Messart, Verbrauch und Vertrag zueinander passen.

Ein niedriger Arbeitspreis sagt noch nichts

Viele Betriebe schauen beim Gewerbestromvergleich zuerst auf den Arbeitspreis pro Kilowattstunde, weil er der auffälligste Wert im Angebot ist. Das greift zu kurz. Ein niedriger Arbeitspreis nützt wenig, wenn Grundpreis oder Leistungspreis hoch ausfallen oder die Vertragsbedingungen nicht passen. Den Gesamtrahmen für den Vergleich liefert die Hubseite Gewerbestrom.

Illustration zum Abschnitt „Ein niedriger Arbeitspreis sagt noch nichts“ im Ratgeber „Gewerbestrom vergleichen: die wichtigsten Kriterien“: Nahaufnahme einer Tarifvergleichs-App auf dem Tablet.

Messart entscheidet mit über die Kriterien

Ob dein Betrieb über ein Standardlastprofil oder eine registrierende Leistungsmessung abgerechnet wird, bestimmt, welche Preisbestandteile überhaupt relevant sind. RLM-Betriebe zahlen zusätzlich einen leistungsbezogenen Anteil, SLP-Betriebe nicht. Die genaue Abgrenzung erklärt der Spoke SLP oder RLM.

Die Preisbestandteile im Verhältnis zueinander

Bestandteil Bezug Besonders wichtig für
Arbeitspreis pro kWh alle Betriebe
Grundpreis pro Jahr Betriebe mit geringem Verbrauch
Leistungspreis pro kW Spitzenlast leistungsgemessene Betriebe (RLM)

Der Arbeitspreis wiegt umso schwerer, je mehr ein Betrieb verbraucht. Der Grundpreis fällt bei kleinem Verbrauch prozentual stärker ins Gewicht. Der Leistungspreis betrifft nur RLM-Betriebe, wie er entsteht und sich senken lässt, erklärt der Spoke Lastgang verstehen und Lastspitzen senken. Erst die Kombination aller Bestandteile mit dem eigenen Verbrauch ergibt einen belastbaren Jahrespreis.

Illustration zum Abschnitt „Die Preisbestandteile im Verhältnis zueinander“ im Ratgeber „Gewerbestrom vergleichen: die wichtigsten Kriterien“: zwei Kollegen besprechen einen Gewerbestromvertrag am Tisch.

Fest oder mit dynamischem Anteil?

Manche Lieferanten bieten Tarife mit dynamischen oder börsennahen Anteilen an. Sie können günstiger sein, schwanken aber mit dem Marktpreis. Für Betriebe mit planbarem Verbrauch und der Möglichkeit, Lasten zeitlich zu verschieben, kann das interessant sein. Wer Planungssicherheit braucht, bevorzugt eher feste Preisbestandteile. Die Steuern und Umlagen sind davon unabhängig und im Spoke Steuern, Umlagen und Netzentgelte erklärt.

Vertragsbedingungen: Laufzeit, Frist und Garantie

Neben dem Preis entscheidet der Vertragstext, ob ein Tarif zum Betrieb passt:

So vergleichst du in vier Schritten

  1. Verbrauch und Messart klären. Jahresverbrauch und SLP oder RLM bestimmen die relevanten Kriterien.
  2. Alle Preisbestandteile einrechnen. Arbeits-, Grund- und gegebenenfalls Leistungspreis zusammen betrachten.
  3. Vertragsbedingungen prüfen. Laufzeit, Kündigungsfrist und Umfang der Preisgarantie.
  4. Angebote gegenüberstellen. Mit den eigenen Eckdaten lassen sich Tarife vergleichen.

Mit deinen Eckdaten kannst du direkt Stromtarife vergleichen. Wie günstig Gewerbestrom am Ende ausfällt, hängt von Verbrauch, Lastprofil, Branche und Marktniveau ab und lässt sich nicht pauschal versprechen.

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Häufige Fragen

Warum reicht ein niedriger Arbeitspreis beim Gewerbestrom nicht als Vergleichsmaßstab?
Weil neben dem Arbeitspreis pro Kilowattstunde auch der Grundpreis pro Jahr und bei leistungsgemessenen Betrieben der Leistungspreis pro Kilowatt in die Jahreskosten einfließen. Erst zusammen mit deinem tatsächlichen Verbrauch ergibt sich ein belastbarer Vergleich.
Wie erkenne ich, ob mein Betrieb SLP oder RLM ist?
Das hängt von der Anschlussgröße und dem Jahresverbrauch ab und wird vom Netzbetreiber festgelegt. Registrierende Leistungsmessung bringt einen zusätzlichen Leistungspreis mit sich, der bei Standardlastprofil-Kunden entfällt.
Wie lang sollte ein Gewerbestromvertrag laufen?
Das richtet sich nach deinem Planungsbedürfnis. Eine längere Laufzeit mit Preisgarantie gibt Sicherheit, bindet aber. Eine kürzere Laufzeit lässt schneller auf Marktveränderungen reagieren. Prüfe Laufzeit und Kündigungsfrist in jedem Fall vor Abschluss genau.
Was deckt eine Preisgarantie beim Gewerbestrom wirklich ab?
Sie sichert bestimmte Preisbestandteile für einen festgelegten Zeitraum. Eingeschränkte Garantien klammern oft Steuern, Abgaben und Umlagen aus, sodass sich diese trotzdem ändern können. Der genaue Umfang sollte im Vertrag klar stehen.
Sind dynamische Tarife für Gewerbebetriebe sinnvoll?
Für Betriebe mit planbarem Verbrauch und der Möglichkeit, Lasten zeitlich zu verschieben, können börsennahe Tarife interessant sein. Sie schwanken aber mit dem Marktpreis, wer Planungssicherheit braucht, fährt oft besser mit festen Preisbestandteilen.

Quellen & Stand