Ein niedriger Arbeitspreis sagt noch nichts
Viele Betriebe schauen beim Gewerbestromvergleich zuerst auf den Arbeitspreis pro Kilowattstunde, weil er der auffälligste Wert im Angebot ist. Das greift zu kurz. Ein niedriger Arbeitspreis nützt wenig, wenn Grundpreis oder Leistungspreis hoch ausfallen oder die Vertragsbedingungen nicht passen. Den Gesamtrahmen für den Vergleich liefert die Hubseite Gewerbestrom.
Messart entscheidet mit über die Kriterien
Ob dein Betrieb über ein Standardlastprofil oder eine registrierende Leistungsmessung abgerechnet wird, bestimmt, welche Preisbestandteile überhaupt relevant sind. RLM-Betriebe zahlen zusätzlich einen leistungsbezogenen Anteil, SLP-Betriebe nicht. Die genaue Abgrenzung erklärt der Spoke SLP oder RLM.
Die Preisbestandteile im Verhältnis zueinander
| Bestandteil | Bezug | Besonders wichtig für |
|---|---|---|
| Arbeitspreis | pro kWh | alle Betriebe |
| Grundpreis | pro Jahr | Betriebe mit geringem Verbrauch |
| Leistungspreis | pro kW Spitzenlast | leistungsgemessene Betriebe (RLM) |
Der Arbeitspreis wiegt umso schwerer, je mehr ein Betrieb verbraucht. Der Grundpreis fällt bei kleinem Verbrauch prozentual stärker ins Gewicht. Der Leistungspreis betrifft nur RLM-Betriebe, wie er entsteht und sich senken lässt, erklärt der Spoke Lastgang verstehen und Lastspitzen senken. Erst die Kombination aller Bestandteile mit dem eigenen Verbrauch ergibt einen belastbaren Jahrespreis.
Fest oder mit dynamischem Anteil?
Manche Lieferanten bieten Tarife mit dynamischen oder börsennahen Anteilen an. Sie können günstiger sein, schwanken aber mit dem Marktpreis. Für Betriebe mit planbarem Verbrauch und der Möglichkeit, Lasten zeitlich zu verschieben, kann das interessant sein. Wer Planungssicherheit braucht, bevorzugt eher feste Preisbestandteile. Die Steuern und Umlagen sind davon unabhängig und im Spoke Steuern, Umlagen und Netzentgelte erklärt.
Vertragsbedingungen: Laufzeit, Frist und Garantie
Neben dem Preis entscheidet der Vertragstext, ob ein Tarif zum Betrieb passt:
- Vertragslaufzeit. Längere Bindung kann Planungssicherheit geben, schränkt aber die Flexibilität ein.
- Kündigungsfrist. Sie bestimmt, wie schnell du reagieren kannst. Lange Fristen mit automatischer Verlängerung solltest du bewusst prüfen.
- Preisgarantie. Achte auf den Umfang. Eingeschränkte Garantien klammern Steuern, Abgaben und Umlagen aus, sodass sich diese trotzdem ändern können.
So vergleichst du in vier Schritten
- Verbrauch und Messart klären. Jahresverbrauch und SLP oder RLM bestimmen die relevanten Kriterien.
- Alle Preisbestandteile einrechnen. Arbeits-, Grund- und gegebenenfalls Leistungspreis zusammen betrachten.
- Vertragsbedingungen prüfen. Laufzeit, Kündigungsfrist und Umfang der Preisgarantie.
- Angebote gegenüberstellen. Mit den eigenen Eckdaten lassen sich Tarife vergleichen.
Mit deinen Eckdaten kannst du direkt Stromtarife vergleichen. Wie günstig Gewerbestrom am Ende ausfällt, hängt von Verbrauch, Lastprofil, Branche und Marktniveau ab und lässt sich nicht pauschal versprechen.