Drei Wege, ein Ziel: weniger Netzentgelt für die Wärmepumpe
Wer eine Wärmepumpe betreibt, hat seit 2024 die Wahl zwischen drei Modulen nach § 14a EnWG, mit denen sich das Netzentgelt senken lässt.
| Modul | Mechanik | Smart Meter nötig | Kombinierbar | Stärke im Heizbetrieb |
|---|---|---|---|---|
| Modul 1 | feste Jahrespauschale | nein | mit Modul 2 | planbare, garantierte Entlastung |
| Modul 2 | prozentualer Abschlag auf Arbeitspreisanteil | nein | mit Modul 1 | wirkt stärker bei hohem Verbrauch |
| Modul 3 | zeitvariables Netzentgelt (Zeitstufen) | ja | nein | belohnt verschiebbaren Betrieb |
Welches Modul für dich passt, hängt von deinem Heizverhalten und deiner Messtechnik ab. Der Rest dieses Beitrags geht die drei Optionen einzeln durch.
Warum es diese Module überhaupt gibt
Eine Wärmepumpe bezieht spürbar mehr Strom als ein durchschnittlicher Haushalt. Damit dieser zusätzliche Verbrauch das örtliche Stromnetz nicht überlastet, hat der Gesetzgeber mit § 14a EnWG einen festen Rahmen geschaffen: Du gewährst dem Netzbetreiber das Recht, die Leistung deiner Wärmepumpe bei einem drohenden Netzengpass kurzfristig zu reduzieren. Im Gegenzug sinkt dein Netzentgelt. Den groben Überblick liefert unser Hub zum Wärmepumpenstrom; hier geht es um die Details der Module aus Heizsicht.
Modul 1 und 2: die planbaren Varianten
Modul 1 ist die einfachste Variante. Du erhältst einen festen jährlichen Pauschalbetrag, um den dein Netzentgelt sinkt, unabhängig davon, wie viele Kilowattstunden deine Wärmepumpe tatsächlich verbraucht. Die Höhe legt jeder Netzbetreiber für sein Netzgebiet fest und veröffentlicht sie. Ein intelligentes Messsystem ist dafür nicht zwingend nötig, häufig genügt ein separater Zähler. Der Nachteil: Bei sehr hohem Heizstromverbrauch fällt die feste Pauschale im Verhältnis weniger ins Gewicht als ein prozentualer Abschlag.
Modul 2 setzt genau hier an. Es reduziert den Arbeitspreisanteil des Netzentgelts um einen festen Prozentsatz, bezogen auf jede bezogene Kilowattstunde. Je mehr deine Wärmepumpe heizt, desto stärker wirkt der Rabatt. Wichtig: Reduziert wird nur der Netzentgeltanteil, nicht der Beschaffungs- oder Vertriebsanteil deines Arbeitspreises.
Der Clou: Modul 1 und Modul 2 lassen sich kombinieren. Du nimmst die feste Pauschale mit und bekommst zusätzlich den prozentualen Abschlag. Für Wärmepumpen mit hohem Jahresverbrauch ist diese Kombination oft die wirtschaftlich sinnvollste unter den nicht-zeitvariablen Optionen.
Modul 3: zeitvariables Netzentgelt
Modul 3 ist die anspruchsvollste Variante und besonders für flexible Haushalte interessant. Statt einer pauschalen oder prozentualen Reduzierung gibt es hier ein Netzentgelt mit mehreren Zeitstufen, günstig, normal und teuer, das sich über den Tag verändert. Wer den Wärmepumpenbetrieb gezielt in die günstigen Stufen legt, etwa über einen gut gedämmten Pufferspeicher und vorausschauende Heizkurven, zahlt weniger.
Voraussetzung ist ein intelligentes Messsystem (Smart Meter), weil nur damit die zeitvariablen Stufen messtechnisch erfasst werden. Modul 3 ist nicht mit Modul 1 oder 2 kombinierbar, du entscheidest dich entweder für die zeitvariable Logik oder für die festen Reduzierungen.
So triffst du deine Wahl
Ohne große Flexibilität und mit Wunsch nach Planungssicherheit fährst du mit der Kombination aus Modul 1 und 2 meist gut. Hast du dagegen einen großen Pufferspeicher, kannst den Heizbetrieb zeitlich verschieben und besitzt ohnehin ein intelligentes Messsystem, kann Modul 3 mehr herausholen. Da das reduzierte Netzentgelt nur ein Baustein deiner Stromkosten ist, lohnt sich zusätzlich der Blick auf den Tarif selbst, etwa mit unserem Ratgeber Wärmepumpentarif vs. Haushaltsstrom und dem Stromkostenrechner. Welches Modul dein Netzbetreiber konkret anbietet und zu welchen Beträgen, steht in seinen veröffentlichten Bedingungen, verbindlich ist immer seine Festlegung.