Menü
Symbolbild: eine moderne Luft-Wärmepumpe im Garten eines modernen Einfamilienhauses, Sinnbild für Wärmepumpenstrom.

Ratgeber-Hub

Wärmepumpenstrom

Wärmepumpenstrom 2026: reduzierter Tarif, separater Zähler und das Netzentgelt-Modell nach § 14a EnWG. Verständlich erklärt, mit amtlichen Quellen.

Stand

Auf den Punkt gebracht

Wärmepumpenstrom wird häufig über einen separaten, reduzierten Tarif abgerechnet, weil eine Wärmepumpe als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG gilt. Seit 2024 erhalten Betreiber dafür ein reduziertes Netzentgelt im Gegenzug zur netzorientierten Steuerbarkeit; gewählt werden kann zwischen mehreren Modulen. Voraussetzung ist meist ein separater Zähler oder eine Kaskadenmessung, da der Verbrauch einer Wärmepumpe typischerweise hoch ausfällt.

Zahlst du in deinem Ort zu viel?

Gib deine Postleitzahl ein und vergleiche in unter 2 Minuten die Tarife für deine Region.

Kostenlos und unverbindlich. Vergleich über unseren Partner Check24.

Heizen mit Strom, abgerechnet nach eigenen Regeln

Eine Wärmepumpe zieht deutlich mehr Strom als ein normaler Haushalt, dafür lässt sich ihr Betrieb zeitlich verschieben, ohne dass es im Wohnzimmer kalt wird, das Gebäude speichert Wärme wie ein Puffer. Genau diese Flexibilität macht eine Wärmepumpe für das Stromnetz wertvoll und ist der Grund, warum sie energiewirtschaftlich anders behandelt wird als eine gewöhnliche Steckdose: Häufig steht dafür ein eigener, reduzierter Tarif zur Verfügung.

§ 14a EnWG: Rabatt gegen Steuerbarkeit

Seit 2024 regelt § 14a EnWG, wie steuerbare Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen, Wallboxen, Speicher oder Klimaanlagen behandelt werden. Wer eine solche Einrichtung anmeldet, bekommt ein reduziertes Netzentgelt. Im Gegenzug darf der Netzbetreiber die Leistungsaufnahme bei drohenden Netzengpässen vorübergehend reduzieren, die sogenannte netzorientierte Steuerung. Eine vollständige Abschaltung ist dabei nicht vorgesehen, ein Mindestbezug bleibt immer gesichert.

Für die Höhe der Entgeltreduzierung stehen mehrere Module zur Wahl:

ModulGrundidee
Modul 1pauschale Reduzierung des Netzentgelts
Modul 2prozentuale Reduzierung des Arbeitspreisanteils im Netzentgelt
Modul 3zeitvariables Netzentgelt, kombiniert mit einem Smart Meter

Die Steuerung ist die Ausnahme, nicht der Alltag. Im Normalbetrieb läuft die Wärmepumpe uneingeschränkt, gedrosselt wird nur zur akuten Entlastung des Netzes.

Wärmepumpenstrom aus echter erneuerbarer Erzeugung

Wer heizt, kann auch grün heizen. Vergleiche Ökostromtarife mit anerkanntem Gütesiegel für deinen Haushalt.

Ökostrom-Tarife ansehen

Messung: separater Zähler oder Kaskade

Damit Tarif und reduziertes Netzentgelt korrekt abgerechnet werden, braucht es eine saubere messtechnische Trennung. Häufig kommt dafür ein separater Zähler zum Einsatz, der ausschließlich den Wärmepumpenverbrauch erfasst. Je nach Netzbetreiber und gewähltem Modul ist auch eine Kaskadenmessung oder eine Gesamtmessung über ein intelligentes Messsystem denkbar. Welche Variante zulässig ist, legt der zuständige Netzbetreiber fest, ein einheitliches bundesweites Verfahren gibt es nicht.

Warum der Arbeitspreis hier besonders wichtig ist

Weil eine Wärmepumpe die komplette Heizenergie aus Strom und Umweltwärme zieht, liegt ihr Verbrauch deutlich über dem klassischer Haushaltsgeräte. Wie hoch er konkret ausfällt, entscheiden vor allem Heizlast, Dämmstandard, Vorlauftemperatur und die Jahresarbeitszahl der Anlage, also wie viel Wärmeenergie sie aus einer Kilowattstunde Strom erzeugt. Genau wegen dieses hohen Verbrauchs wirkt sich jeder Cent beim Arbeitspreis stärker aus als bei kleinen Verbrauchern, ein Tarifvergleich lohnt sich hier besonders.

Wärmepumpe, GEG und Förderung im Zusammenspiel

Im Gebäudeenergiegesetz (GEG) spielt die Wärmepumpe eine zentrale Rolle: Neu eingebaute Heizungen müssen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden, eine Wärmepumpe erfüllt diese Vorgabe in der Regel automatisch. Die genauen Übergangsfristen richten sich unter anderem nach der kommunalen Wärmeplanung vor Ort.

Den Einbau fördert der Staat über die Bundesförderung für effiziente Gebäude, umgesetzt durch BAFA und KfW, mit einer Grundförderung und möglichen Boni, etwa für den frühzeitigen Austausch alter Heizungen. Da sich Fördersätze und Bedingungen ändern können, zählen ausschließlich die jeweils aktuellen Förderrichtlinien.

Weiterführende Ratgeber

Jetzt lokale Stromtarife vergleichen

Vergleiche den Grundversorger mit günstigen Tarifen für deine Postleitzahl, in unter 2 Minuten.

Stromtarife vergleichen

Häufige Fragen

Warum bekommt eine Wärmepumpe einen eigenen, günstigeren Tarif?
Weil sie als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG gilt. Der Netzbetreiber darf ihre Leistung bei drohenden Engpässen kurzzeitig drosseln, im Gegenzug sinkt das Netzentgelt dauerhaft.
Verliere ich Heizkomfort, wenn der Netzbetreiber steuert?
Im Regelfall nicht. Die Steuerung greift nur bei konkreten Netzengpässen, ein Mindestbezug bleibt immer gesichert und das Gebäude speichert Wärme, sodass eine kurze Reduzierung meist unbemerkt bleibt.
Brauche ich zwingend einen zweiten Stromzähler?
Häufig ja, damit Tarif und reduziertes Netzentgelt sauber getrennt abgerechnet werden können. Je nach Netzbetreiber und gewähltem Modul ist auch eine Kaskaden- oder Gesamtmessung über ein intelligentes Messsystem möglich.
Welche Module gibt es für die Netzentgeltreduzierung?
Modul 1 reduziert das Netzentgelt pauschal, Modul 2 prozentual am Arbeitspreisanteil, Modul 3 arbeitet zeitvariabel und setzt ein Smart Meter voraus.
Muss eine neue Heizung heute schon eine Wärmepumpe sein?
Nicht zwingend jede neue Heizung, aber das Gebäudeenergiegesetz verlangt für neu eingebaute Heizungen einen Mindestanteil von 65 Prozent erneuerbarer Energie. Eine Wärmepumpe erfüllt diese Vorgabe in der Regel direkt.
Wie hoch fällt der Stromverbrauch einer Wärmepumpe konkret aus?
Das hängt stark von Gebäude, Dämmung, Heizlast und der Jahresarbeitszahl der Anlage ab und liegt deutlich über dem üblichen Haushaltsverbrauch. Eine pauschale Zahl wäre unseriös, entscheidend sind die individuellen Gebäudedaten.

Begriffe erklärt

Quellen & Stand