Menü

Wärmepumpenstrom

Wärmepumpe messen: eigener Zähler oder Kaskade?

5 Min. Lesezeit

Symbolbild zum Ratgeber „Wärmepumpe messen: eigener Zähler oder Kaskade?“: ein Elektriker installiert einen separaten Zähler im Hauswirtschaftsraum.

Auf den Punkt gebracht

Wärmepumpenstrom lässt sich über einen separaten Zähler, eine Kaskadenmessung oder gemeinsam mit dem Haushaltsstrom erfassen. Welche Variante zulässig ist, entscheidet der Netzbetreiber, abhängig vom gewählten § 14a-Modul und der vorhandenen Messtechnik. Ein separater Zähler trennt die Verbräuche vollständig, die Kaskadenmessung führt beide über ein gemeinsames intelligentes Messsystem.

Drei Kabel, drei Fragen: wie wird gemessen?

Bevor deine Wärmepumpe in Betrieb geht, klärt sich eine technische Frage, die über Geld entscheidet: Wie wird ihr Stromverbrauch erfasst? Ohne nachvollziehbare Messung lässt sich weder der vergünstigte Wärmepumpentarif noch das reduzierte Netzentgelt nach § 14a EnWG sauber abrechnen. Anders als beim gewöhnlichen Haushaltsstrom handelt es sich um einen steuerbaren Verbrauch, der eigens behandelt wird. Wie die Erfassung konkret aussieht, entscheidet mit, ob du überhaupt einen separaten reduzierten Tarif bekommst und wie dein Netzbetreiber die netzorientierte Steuerung umsetzt. Den gesetzlichen Rahmen ordnet unser Hub zum Wärmepumpenstrom ein, hier geht es um die drei praktischen Messkonzepte.

Illustration zum Abschnitt „Drei Kabel, drei Fragen: wie wird gemessen?“ im Ratgeber „Wärmepumpe messen: eigener Zähler oder Kaskade?“: Nahaufnahme dreier Kabel an einem kleinen Zählerkasten.

Die drei Messkonzepte im Vergleich

MesskonzeptTrennung der VerbräucheEigener Wärmepumpentarif möglichSmart Meter nötig
Separater Zählervollständigjanein
Kaskadenmessungüber gemeinsames iMSysjaja
Gemeinsame Messungkeinemeist neinje nach Modul

Separater Zähler: Die Wärmepumpe bekommt einen eigenen Zählpunkt mit eigener Zählernummer, der Wärmepumpenstrom wird komplett vom Haushaltsstrom getrennt gemessen und über einen eigenen, reduzierten Tarif abgerechnet. Diese klassische Variante ist gut nachvollziehbar und erlaubt sogar einen anderen Lieferanten als für den Haushaltsstrom, kostet aber einen zusätzlichen Zählerplatz und eigene Messentgelte, bei älteren Zählerschränken kann ein Umbau nötig werden.

Kaskadenmessung: Haushaltsstrom und Wärmepumpenstrom laufen über ein gemeinsames intelligentes Messsystem (Smart Meter), ein nachgelagerter Zähler weist den Wärmepumpenanteil separat aus. So wird der steuerbare Verbrauch getrennt abgerechnet, ohne die Anlage doppelt aufzubauen, besonders interessant, wo das intelligente Messsystem ohnehin vorgeschrieben ist, etwa wegen hohen Verbrauchs oder eines zeitvariablen Moduls.

Gemeinsame Messung: In manchen Fällen genügt eine gemeinsame Messung von Haushalts- und Wärmepumpenstrom, vor allem bei einem Modul mit pauschaler Netzentgeltreduzierung, bei dem die exakte Verbrauchsmenge der Wärmepumpe für die Reduzierung nicht ausschlaggebend ist. Der zweite Zählpunkt entfällt, dafür ist meist kein separater, reduzierter Wärmepumpentarif möglich, weil sich die Verbräuche nicht trennen lassen.

Illustration zum Abschnitt „Wer entscheidet, und wie du vorgehst“ im Ratgeber „Wärmepumpe messen: eigener Zähler oder Kaskade?“: zwei kleine Zähler nebeneinander im Hauswirtschaftsraum.

Wer entscheidet, und wie du vorgehst

Welches Messkonzept zulässig ist, legt der örtliche Netzbetreiber im Rahmen der Vorgaben der Bundesnetzagentur und des Messstellenbetriebsgesetzes fest, eine freie Kundenwahl ist das nicht. In der Praxis stimmt sich deine Elektrofachkraft mit Netzbetreiber und Messstellenbetreiber ab, bevor die Wärmepumpe in Betrieb geht. Die Messart hängt eng mit dem gewählten Modul zusammen, das der Ratgeber § 14a EnWG: Module 1, 2 und 3 im Vergleich erläutert. Ob sich am Ende ein eigener reduzierter Tarif rechnet, hängt von deinem Verbrauch und dem Marktniveau in deinem Netzgebiet ab, das prüfst du am besten mit deiner Postleitzahl im Stromkostenrechner.

Jetzt lokale Stromtarife vergleichen

Vergleiche den Grundversorger mit günstigen Tarifen für deine Postleitzahl, in unter 2 Minuten.

Stromtarife vergleichen

Häufige Fragen

Was versteht man unter Kaskadenmessung?
Haushaltsstrom und Wärmepumpenstrom laufen dabei hinter einem gemeinsamen intelligenten Messsystem, ein zusätzlicher, nachgelagerter Zähler weist den Wärmepumpenanteil separat aus. So lässt sich der steuerbare Verbrauch getrennt abrechnen, ohne einen vollständig eigenen Hausanschluss zu brauchen.
Ist ein zweiter Zähler zwingend nötig?
Nicht zwingend. Häufig wird ein separater Zähler installiert, je nach Netzbetreiber und § 14a-Modul ist aber auch eine Kaskaden- oder gemeinsame Messung möglich. Welche Variante zulässig ist, legt der Netzbetreiber fest.
Wer bestimmt, welche Messart erlaubt ist?
Der örtliche Netzbetreiber legt fest, welche Messkonzepte er für steuerbare Verbrauchseinrichtungen zulässt, orientiert an den Vorgaben der Bundesnetzagentur und am gewählten Modul. Installiert wird durch eine eingetragene Elektrofachkraft in Abstimmung mit dem Messstellenbetreiber.
Was kostet ein zusätzlicher Zähler?
Für den Messstellenbetrieb fallen jährliche, gesetzlich gedeckelte Entgelte an, ein zusätzlicher Zählerplatz kann einmalige Installationskosten verursachen. Die genaue Höhe hängt vom Messstellenbetreiber und Zählertyp ab, eine pauschale Zahl wäre nicht seriös.
Für wen lohnt sich die getrennte Messung überhaupt?
Vor allem, wenn ein reduzierter Wärmepumpentarif oder ein Modul mit verbrauchsabhängiger Reduzierung genutzt wird. Bei einer pauschalen Netzentgeltreduzierung ohne eigenen Tarif kann auch eine einfachere Messung ausreichen.

Quellen & Stand