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Symbolbild: eine Mutter herzt lachend ihr Kind in einem hellen, pflanzenreichen Wohnzimmer mit Blick ins Grüne, Sinnbild für sauberen Ökostrom und ein nachhaltiges Zuhause.

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Ökostrom

Ökostrom klingt gut, ist aber nicht automatisch grün. Was Herkunftsnachweise wirklich belegen, welche Gütesiegel zählen und wie du Greenwashing erkennst.

Stand

Auf den Punkt gebracht

Ökostrom ist Strom aus erneuerbaren Quellen wie Sonne, Wind oder Wasserkraft, doch der Begriff ist nicht gesetzlich geschützt. Ob ein Tarif tatsächlich grün ist, zeigt erst der Herkunftsnachweis, den das Umweltbundesamt in einem zentralen Register verwaltet. Weil sich dieser Nachweis getrennt vom physischen Strom handeln lässt, sagt das Etikett Ökostrom für sich genommen wenig über den ökologischen Nutzen aus. Verlässlicher sind unabhängige Gütesiegel wie ok-power oder das Grüner Strom Label, die einen zusätzlichen Ausbaubeitrag verlangen.

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Warum das Etikett allein wenig aussagt

Der Begriff Ökostrom ist rechtlich nicht geschützt. Ein Lieferant darf seinen Tarif so nennen, solange er dafür passende Nachweise vorlegen kann, unabhängig davon, ob dahinter wirklich neue Wind- oder Solarleistung steckt. Physikalisch lässt sich grüner und konventioneller Strom im Netz ohnehin nicht trennen: Aus jeder Steckdose kommt immer derselbe lokale Mix.

Die Zuordnung zu erneuerbaren Quellen läuft deshalb komplett getrennt vom physischen Stromfluss, nämlich über ein Dokument.

Der Herkunftsnachweis: ein Beleg, kein Strommolekül

Dieser Beleg heißt Herkunftsnachweis (HKN) und bestätigt, dass irgendwo in Europa eine bestimmte Menge Strom aus erneuerbaren Quellen erzeugt wurde. Verwaltet wird das Ganze im Herkunftsnachweisregister beim Umweltbundesamt.

Nach der Nutzung wird jeder Nachweis im Register entwertet. So kann dieselbe grün erzeugte Kilowattstunde nicht zweimal als Ökostrom verkauft werden.

Der entscheidende Haken: Ein Herkunftsnachweis lässt sich losgelöst vom Strom selbst handeln und importieren. Ein Anbieter kann also konventionell erzeugten Strom mit günstig zugekauften Nachweisen kombinieren, ohne selbst einen einzigen Cent in neue Anlagen zu stecken.

Wenn Graustrom sich grün anzieht

Genau hier entsteht das, was oft als Greenwashing bezeichnet wird: gewöhnlicher Strom, der nur durch zugekaufte Nachweise das Etikett Ökostrom bekommt. Legal ist das, für Verbraucher aber intransparent, denn dem Netz wird dadurch keine zusätzliche erneuerbare Leistung hinzugefügt. Ein echter ökologischer Mehrwert entsteht erst, wenn ein Tarif über den reinen Nachweis hinausgeht und nachweislich in neue Erzeugung investiert.

Die zwei Siegel, die wirklich zählen

Weil der Begriff Ökostrom allein zu wenig sagt, lohnt sich der Blick auf unabhängige Gütesiegel:

SiegelTrägerKernanforderung
ok-powerEnergieVision e. V.zusätzlicher Beitrag zum Ausbau erneuerbarer Anlagen
Grüner Strom LabelGrüner Strom Label e. V.feste Förderbeträge je Kilowattstunde für neue Anlagen

Beide Siegel verlangen einen belegten Beitrag zum Ausbau, statt nur bestehende Erzeugung neu zu etikettieren. Das macht sie zu einem deutlich verlässlicheren Signal als der bloße Begriff Ökostrom.

Checkliste: 4 Signale für einen echten Ökostromtarif

Grün heißt nicht automatisch teuer

Ökostrom ist nicht per se der teurere Tarif. Zahlreiche grüne Angebote liegen preislich gleichauf mit konventionellem Strom oder darunter, weil erneuerbare Beschaffung inzwischen wettbewerbsfähig ist. Was ein Tarif konkret kostet, hängt vom Anbieter, vom Netzgebiet und vom eigenen Verbrauch ab, nicht von der ökologischen Qualität allein. Deshalb lohnt sich immer der direkte Vergleich mit Postleitzahl und Jahresverbrauch, Siegel und Preis getrennt bewertet.

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Häufige Fragen

Ist Ökostrom ein geschützter Begriff?
Nein. Jeder Lieferant darf einen Tarif Ökostrom nennen, solange er passende Nachweise vorlegt. Genau deshalb schwankt die tatsächliche ökologische Qualität der Angebote so stark.
Was zeigt ein Herkunftsnachweis eigentlich?
Er belegt, dass irgendwo in Europa eine bestimmte Menge Strom aus erneuerbaren Quellen erzeugt wurde. Das Umweltbundesamt führt dazu ein zentrales Register und entwertet jeden Nachweis nach der Nutzung, damit dieselbe Kilowattstunde nicht doppelt als grün verkauft wird.
Kann ein Anbieter Graustrom einfach als Ökostrom verkaufen?
Rechtlich ja, wenn er dafür Herkunftsnachweise zukauft. Physisch bleibt es derselbe Strom aus dem Netz. Ein echter Umweltnutzen entsteht dabei nicht automatisch, das ist der Kern des Greenwashing-Vorwurfs bei vielen Billigtarifen.
Welche Ökostrom-Siegel sind wirklich unabhängig?
Etabliert und von Energiekonzernen unabhängig sind vor allem ok-power und das Grüner Strom Label. Beide fordern zusätzlich zum Herkunftsnachweis einen belegten Beitrag zum Ausbau neuer Wind- oder Solaranlagen.
Ist Ökostrom teurer als ein normaler Tarif?
Nicht grundsätzlich. Viele Ökostromtarife liegen preislich gleichauf mit konventionellen Angeboten oder sogar darunter. Der Preis hängt vor allem von Anbieter und Netzgebiet ab, nicht von der ökologischen Qualität.
Kann ich direkt aus der Grundversorgung zu echtem Ökostrom wechseln?
Ja, ohne Umweg. Der Wechsel läuft wie bei jedem anderen Tarifwechsel automatisch und unterbrechungsfrei; du musst lediglich beim neuen Vertrag auf ein anerkanntes Gütesiegel achten.

Begriffe erklärt

Quellen & Stand